Mein Billig-Mofa-Erlebnis war die DEMM Smily meiner damaligen Freundin.
Zog die Wurst nicht vom Teller.
Im Auslasskanal - der zur Zylinderlauffläche hin groß und viereckig war und dann zum Krümmer hin seinen Querschnitt auf rund änderte - steckte im runden Teil eine Graugussbuchse zur Querschnittverengung - die sich natürlich nicht so ohne weiteres rauspopeln ließ, sondern irgendwie mit so einer Kugel gegen herausnehmen gesichert war (so ähnlich wie diese Sicherungskugeln in Ratschen oder deren Verlängerungen). Unter Anwendung grober Gewalt gelang es mir schließlich, diese Buchse herauszuprokeln, ohne den Zylinder zu ruinieren.
Die anschließende Angleichung der Kanalquerschnitte sowie die großzügige Aufweitung des Auslasskanals nach oben und des Einlasskanals nach unten (Zweitakter-Basiswissen!!

) führte zu einer völligen Wesensänderung der DEMM. Mit der gleichermaßen hübschen wie elfenhaften Isabelle im Sattel schwang sich das Teil unter mörderischem Gebrüll auf locker 55 - 60 km/h auf.
Nach ca. 15 Kilometern zerriss es die Fliehkraftkupplung. Italienische Qualität eben ("Ich war eine Dose"). Schon mal versucht, anno 1979 in Frankfurt eine Fliehkraftkupplung für eine DEMM zu finden? Lange vor Erfindung des WWW? Neckermann lieferte nur komplette Mofas, aber bestimmt keine Ersatzteile. Zweirad-Burger in Frankfurt-Bornheim konnte schließlich als ET-Lieferant ausfindig gemacht werden.
Die ET-Kupplung schien von besserer Qualität zu sein - Isabelle auf ihrer DEMM düste noch mit 50+ (km/h) durch Kelkheim, als wir schon lange Schluss gemacht hatten...
Hach, Kindheitserinnerungen!
P.S.: Für echte Männer gab es in unseren Breiten nur EIN Mofa: Zündapp-Bergsteiger. Alles andere war asozial. Die besten hatten 5-Gang-Watercooled-Motoren und KS50-Telegabeln und liefen jenseits von 100.
Meine war auf dezent frisiert und hatte sogar noch das große 41er Kettenblatt hinten drauf. Sehen tat man nur den 16er Bing (Serie: 9 mm), den Mokick-Auspuff und mit etwas Schrauben das 13er Ritzel (Serie: 11er). Hinten natürlich fette KKR-Federbeine, damit das Ding überhaupt so etwas wie "Straßenlage" aufwies. Im Inneren tat allerdings ein leichter KS50-Kolben Dienst und der Zylinder war nach den Regeln der Kanalerweiterung (siehe oben) sowie dem Arbeitsprinzip "Trial and error" zurechtgepfriemelt. Im Endstadium drehte das Ding wie Sau und ging berghoch wie bergrunter 85.
Irgendwann kriegte ich den Rappel und meine "großen" Kumpels vermachten mir nach und nach die Lenker-Halbschale einer frühen KS 50 Watercooled und den breiten Lenker einer Suzuki GT 550 - die ich beide mit eher künstlerischem als handwerklichem Geschick an die Pressblechgabel der Bergsteiger applizierte. Geile Zeiten...
Als dann mit 16 das FS-Klasse-4-Zeitalter anbrach, konnte ich mir keine 50er, sondern nur ein Mokick leisten: KTM GP 50 MS "Comet" mit Sachs-Motor. Gebraucht, 800 Mark. Das Mittel der Wahl bei den Mokick-Motoren mit dem Graugusszylinder (schmale Kühlrippen) war der "Sprint"-Zylinder vom 5,3-PS-Kleinkraftrad. Ernüchternd war, dass die KTM damit zwar deutlich schneller lief als die regulären 40 km/h, aber auch nicht schneller als die Bergsteiger... das Motorrad-Feeling war aber mal gleich viel erwachsener. Irgendwann flog die Vordergabel mit Trommelbremse raus (das Original-Vorderrad habe ich heute noch!) und wurde durch die KKR-Gabel mit Brembo-Scheibenbremse ersetzt. Fortan fuhr ich immer mit auf dem Tank liegenden Schulranzen auf den Schulhof und legte vorm Fahrradständer ein Stoppie hin, bei dem die KTM fast senkrecht stand (jedenfalls "gefühlt") und der Schulranzen zielgenau vor den Füßen der wartenden Aficionados landete. Danach patschte die KTM wieder auf ihren Hinterreifen, und mit grenzenloser Coolness schnickte ich links den Seitenständer raus (natürlich selber nachgerüstet) und ließ den Bock mit atemberaubender Schräglage zurück, während ich breitbeinig und mit Kippe im Maul dem Deutsch-Leistungskurs entgegenstrebte...