Gute Gelegenheit den 2009er Transit zum TÜV nach Melle zu fahren.
Nur noch kurz vorne Bremsklötze und Scheiben tauschen. Alles (an anderen Autos) tausendmal gemacht, kennt man, kann man, kein Problem.
Meinen Sohn neben mich gesetzt, Autoschrauber Lehrstunde.
Als das Rad ab war erst mal dumm gucken. Die Bremscheibe sitzt hinter dem Radflansch. NA ja, da sind ja fünf Bolzen, die raus, dann wird es schon gehen. Öhm. Ne. Da war dann die Bremsscheibe los, aber der Flansch unverrückbar. Dann hab ich mal vorsichtig den großen KUKKO angesetzt und die Antriebswelle erstmal weggedrückt. Hmh. Der Flansch bewegt sich kein bisschen.
OK, noch mal genauer geschaut. Die fünf großen Löcher sagen mir was. Ach... da sind bestimmt noch Schrauben.
Gelinst und siehe da: Jau! Torx.
Ich meinen TORX Satz für die Knarre geholt und den 50er durch das Loch gesteckt... zu kurz. Grr...
Also Sohn ins Auto gesetzt, ab nach Melle. (Am Westfalentag nicht ganz ohne Risiken. Staugefahr...) Im Autoteile Laden (Bergmann, nix ATU) den Guten (Tatsächlich!) gefragt nach längerer Variante.
Ja, kann sein meint er, muss ich mal schauen. Er geht nach hinten und wühlt, Klimper, such... Tata: 50er Torx. 8,50 Taler *seufz*
Zurück das Teil gleich auf den eigens von Supertal-Ralph für mich zum Geburtstach geschenkten Gedore Schlagschrauber gesteckt, ein paar beherzte Hiebe, da waren die fünf Bolzen. Dann den Flansch mit dem Hämerchen leicht beklöpfelt, mal hier fester, mal dort... NIX!*grr*
Ich gebe auf: Tante Google wird befragt und tatsächlich, alles gelöst was zu lösen ist - außer dem Rost.
Das Radlager ist da in den Flansch gepresst, der Flansch dann in den Dreieckslenker (der am Transit eher nicht dreieckig ist. )
Soll halt nur mit roher Gewalt gehen. *seufz* dann muss es eben sein, im Zweifel muss ich mir morgen neue Radlager kaufen...
Mit dem Meißel an der Trennfuge rundherum mit Schmackes, Sauber, der hat sich tatsächlich bewegt. Mit der Taschenlampe erkenne ich die braune Pest... Am Ende hilft nur noch der 2KG Fäustel. Mit weit ausholenden Bewegungen wemse ich wie ein Irrer von hinten gegen die Scheibe und das bewegt sich tatsächlich im Schneckentempo. Ich weiß nicht nach wievielen Schlägen, am Ende war die Erste Scheibe mit Flansch los.
Jetzt noch die nicht minder fest sitzende Antriebswelle mit dem oben beschriebenen KUKKO weggedrückt, ging auch echt schwer.
Total fertig habe ich meine Arbeit unterbrochen, auf die Uhr gesehen un mich erschrocken. Adé TÜV, dan halt morgen
Der Zusammenbau ging dann relativ problemlos. Die Textar Bremsklötze hatten dummerweise so Nasen, die störten den Sattel beim überschieben (an den originalen Ford Klötzen wirkte es wie plangeschliffen). Ging aber am Ende.
Siegessicher Mittagessen gegangen (Kartoffelauflauf und Bratwurst), Pause gemacht.
Die andere Seite stand mir noch bevor, aber hey, ich wusste ja jetzt wie es geht.
Lösen aller Bolzen samt Mutter der Antriebswelle war easy, Sattel ab (hier braucht man immer mal seine exotischen Schlüssel. Am Benz hatte ich da mal 16er, hier war es der 15er für den Sattel und 18er für den Bremsklotzhalter. PS: Radmuttern an der Transe sind 21er)
Ich hab da dann ebenfalls wieder den Hammer genommen. NIX! NIX! NIX!
Das DARF doch nicht wahr sein. Hilft nur der atomare Erstschlag.... 5kg Hammer genommen, unter das Auto gelegt und alles rein was geht.
Die Bremsscheibe zersplitterte am Rand in die Einzelteile, das Scheißteil BEWEGTE SICH NICHT!
Wieder den 2kg Fäustel genommen und mit dem Meißel brutalst in die Trennfuge gegangen. Und siehe da, nach Minutenlangem hirnlosen kloppen unter Verwendung ekligster Urzeitlaute, hatte ich nen mm Spalt. Jetzt hatte er verloren.
Draußen mittlerweile dunkel. Bremsscheibe mit Flansch in der Hand in die Werkstatt, Scheibe vom Flansch getrennt, Werkzeug eingeräumt, Karre aufgebockt draußen stehen gelassen, Badewanne einlaufen lassen und erstmal heiß abgeschreckt.
Alter Verwalter... Das sind die Momente, in denen ich mich immer wieder frage, warum nicht einfach in die Werkstatt schieben und 400 Euro abdrücken, dafür in der Zwischenzeit aber nett Kaffee trinken, Motorrad fahren oder Schuhe kaufen.
Das war in meiner langen Historie Autoschrauben der zweitschlimmste Job den ich getan habe. Der Schlimmste ist und bleibt der Anlasserwechsel beim 207D Automatik im liegen unter der Kiste.
Der bislang Zweitplatzierte, Differential des S124 300D nach Antriebswellen- und Gehäusedeckelbruch mit gleichzeitigem Verbiegen der Haltebolzen am Rahmenträger (musste nen Innensechskant in den Kopf schweißen und dann mit hervorquellenden Augen Zehntelmillimiterudrehung für Drehung liegend unter dem Auto abchrauben) im legendären Mangelwinter 2008, ist nun auf den Dritten Platz abgerutscht
Ich weiß jetzt auch wieder warum ich nciht mehr aus Spaß am Autos schraube... ES MACHT EBEN KEINEN SPASS!