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Indische Restaurationen

Verfasst: Sonntag 26. August 2012, 10:09
von bosn

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 00:11
von Norton Motors
Und danach zu jemandem, der den angemalten, zusammengemurksten Schrott dann wieder zum Motorrad macht! :ebiggrin:

Einen normalen Schrotthaufen zu restaurieren ist da meist einfacher und billiger. Ich habe diese indischen "Restaurierungen" live schon oft genug gesehen, und miterlebt, was die stolzen Käufer damit für Erfahrungen machten.

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 06:44
von Tim
Norton Motors hat geschrieben:Und danach zu jemandem, der den angemalten, zusammengemurksten Schrott dann wieder zum Motorrad macht! :ebiggrin:
Du musst das Zeug auch kaufen, bevor Ganesh und Siddhartha sich drüber hergemacht haben! :mrgreen:

Ein Freund von mir ist regelmäßig in der Gegend unterwegs und hat schon ein paar interessante, unverschraubte Funde gemacht. Die haben soviel Kolonialschrott, dass sie mit dem "aufbereiten" gar nicht hinterher kommen.


Tim

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 07:09
von Martin
Aber da ist doch selbst der Schrott schon Schrott...
Ich erinnere mich mit Grausen an die Birma T100er. Meine Daytona aus Südafrika war auch nicht zu verachten.

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 07:45
von Tim
Martin hat geschrieben:Aber da ist doch selbst der Schrott schon Schrott...
Schrott ist wenigstens ehrlich, und spätestens durch die drei Rotten Commandos bin ich da schmerzfrei. :mrgreen:


Tim

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 09:21
von Norton Motors
Tim,
Du hast noch keine Birma T100 gesehen. Ein Händler in München, dessen Name mir gerade entfallen ist :roll: , hat die bayerische Provinz vor Jahren mit den Gurken versorgt. An denen waren Sachen zermurkst, von denen man normalerweise als gegeben ausgeht- Kurbelgehäuse Schrott, Kurbelwellen Schrott, eigentlich alles Schrott. Nicht zu vergleichen mit normalen Restaurierungsobjekten. Jede Mark war damals für die Dinger zu viel.

Bei den Provinzmöhren haben sich schon Generationen indischer, pakistanischer oder irgendwoscher Dorfschmiede dran versucht, das Ding ohne Verwendung von Originalteilen jahrzehntelang irgendwie am Laufen zu erhalten. Da siehst Du Reparaturversuche, auf die Du nicht im Traum gekommen wärst, und die die Originalsubstanz unwiederbringlich zerstört haben.

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 10:00
von Martin
Ich hatte insgesamt 5 von den DIngern (Birmatische T100´s)
Die waren SO BILLIG, dass ich nciht Nein sagen konnte.
Ich hab einen auf dem Teilemarkt von Karl Rebuschat getroffen, der wollte für einen(!) Rahmen 500 Mark(!)
Als ich ihm vorsichtig sagte, er solle sich das gut überlegen, brach er fast in Tränen aus und lud mich nach Sprockhövel zu sich in den Laden ein.
Er war so ein Harley-Schrauber (Ehrlich, bärtig, dick), dem mal jemand in den Kopf gesetzt hatte, er müsse Triumph Chopper bauen. Als er dann die T100er aus Birma kaufte, war der Fehlgriff komplett. Ich hab dann drei für die besagten 500 Mark bekommen. Er war froh dass das Zeug weg war.
Zwei weitere erhielt ich über komische Kanäle aus Frechen(?) Auch ein Motorradhandel, der die für sich restaurieren wollte, aber schnell erkannte dass das nichts ist.
Beispiele des Grauens. Kurbelwellenzapfen links std schlecht, rechts -0.80" in schlechter.
Pleuel, die durch unterlegen von grob mit der Nagelschere geschnittenten Blechen zwischen Pleuelfuß und Pleuel auf das (vielleicht) richtige Maß gebracht wurden.
Gebrochene (eingebaute) Kolben.
Primärkastenunten gerissen, innen mit Sand befüllt (wahrscheinlich hatten sie kein Ölbindemittel zur Hand)
Kurbelwellenstumpf, wo der Simmering zur Ölversorgung läuft, mit dem Hammer schön in Pilzform geprügelt.
Gepäckträger mit spitzen Zacken aus Flachstahl (wahrscheinlich zur Schlachtung des Schweines während der Fahrt)
Hinterräder mit durch aufgeschweißte Flachstähle verstärkte Speichen.
Angeschweißte Schalthebel.
Die Tanks waren sogar verwendbar, ebenso Öltank und Schutzbleche. Erstaunlich. Der Rest, Nockenwellen, Ölpumpen, Getriebe etc. waren größtenteils Schrott.

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 12:13
von Tim
Martin hat geschrieben:.... und lud mich nach Sprockhövel zu sich in den Laden ein.
Sprockhövel? Da war doch mal was. :-k :mrgreen:

Und was die indisch-pakistanische Nonchalance im Umgang mit den Befindlichkeiten britischer Zweiradtechnologie angeht: Zu lange darf man aber auch keine Rednecks mit einer Commando allein lassen..... :roll:


Tim

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 13:24
von Martin
Der einzig Wahre Jamiri: Britta :mrgreen:

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 20:08
von Gerd M.
Und sie blendete nur einen Sommer !

Hier noch dazu passend, ein besonderes Beispiel einer fachgerechten Motorzerlegung im Rahmen.
Bitte beachten, erst klopfen, hebeln und drücken, dann die letzte Schraube aus dem Kopf drehen.:mrgreen:
http://www.youtube.com/watch?v=M_WD5m9R ... r_embedded

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 20:33
von Martin
Fassungslosigkeit stellt sich ein... :shock: :shock:

Re: Indische Restaurationen

Verfasst: Montag 3. September 2012, 21:05
von Öko
Das schmerzt...Werkzeug liegt im Dreck...später auch die Motorenteile, rohe Gewalt...so habe ich das nicht gelernt.
Kein Wunder, das die Jungs zu fast nix kommen.