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Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 10:26
von Wilfried
Hallo,
ich hatte an meiner T150 neue Gabeldichtringe eingebaut (Alustandrohre). Beim montieren und fahren habe ich festgestellt daß die neuen Dichtringe so eng und steif sind, da? ein enormes Losbrechmoment erforderlich ist. Man kann es fast als klemmen bezeichnen. Habt ihr eine Bezugsquelle für weichere und bessere Dichtringe?
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 12:51
von Tim
Wilfried hat geschrieben:....(Alustandrohre).
Standrohre sind die oben, die in der Gabelbrücke stecken - wenn die bei der Trident aus Alu wären, wär ich ein gaaanz klein bisschen erstaunt. Die Alukloben unten sind die Tauchrohre.
Habt ihr eine Bezugsquelle für weichere und bessere Dichtringe?
Miss das Ding aus oder nimm es als Muster zum nächsten Industriefachhandel mit - das sind bei unseren Kisten simple Wellendichtringe aka Simmeringe (und weshalb die da verbaut werden, wird auf ewig ein Geheimnis des
*zensiert* bleiben, der mit dem Lötzinn angefangen hat).
Tim
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 13:12
von Martin
Ich bezweifle, dass es an den Semmelringen liegt.
Kann es vielleicht sein, dass die Gabel verspannt ist? Oder falsch zusammengebaut?
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 13:46
von Wilfried
Hallo Martin,
die Gabel ist weder beschädigt noch verspannt eingebaut. Ich habe die Holme hier einzeln liegen. Sie gehen mit den neuen Dichtringen von J.Seifert einfach viel zu stramm. Ohne Ring laufen sie leicht und gleichmäßig, mit Dichtring kleben sie regelrecht fest. Es gibt entsprechende Vitonringe mit hervoragenden Gleiteigenschaften, ich weiß nur nicht wer diese anbietet.
Wilfried
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 14:56
von Martin
Wilfried hat geschrieben:Hallo Martin,
die Gabel ist weder beschädigt noch verspannt eingebaut. Ich habe die Holme hier einzeln liegen. Sie gehen mit den neuen Dichtringen von J.Seifert einfach viel zu stramm. Ohne Ring laufen sie leicht und gleichmäßig, mit Dichtring kleben sie regelrecht fest. Es gibt entsprechende Vitonringe mit hervoragenden Gleiteigenschaften, ich weiß nur nicht wer diese anbietet.
Wilfried
Hmh... Ich hatte noch nie Probleme damit.
Das Standrohr hat so 34,8irgendwas...
Vielleicht sind die nicht rechtwnklig drin? Sie sind blöd zu montieren.
Meine sind auch von Seifert und ich habe sie letztens erst eingebaut. Jetzt laufen die Standrohre aber gut.
Wer Viton Ringe vertreibt weiß ich nicht. Aber Slippery Sam hat spezielle im Angebot.
Die sollen gut sein. Mehr weißich aber nicht.
http://www.triumph-spares.co.uk/reviewP ... p?id=15314
Beste Grüße, Martin
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 16:05
von Klaus Thoms
Viton ist eine geschützte Handelsmarke der Fa. Du Pont für den Kunststoff FPM ( Fluorkautschuk) , mehr nicht.
Da man Dichtringen nicht ansieht , aus welchem Kunststoff die hergestellt sind , und das auch nicht drauf steht , gilt folgende Farberkennung :
NBR (Nitrilbutadienkautschuk) = schwarz
FPM = blau
PTFE ( Polytetrafluorester) = weiss / rosa ( Handelsmarke : Teflon , auch von Du Pont )
EPDM ( Ethylenpropylendienkautschuk) = grün.
Wer da glaubt , das das Losbrechmoment sich irgendwie unterscheidet , der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten , mal ganz ehrlich.
NBR ist DER Werkstoff bei Einsatz in (auch heissem) Motoröl.Bestens auch als Gabeldichtring , egal was ihr einfüllt ( ATF;Hydrauliköle,Motoröl etc.)
Ich weiss nicht welchen Vorteil da Dichtringe aus anderen Werkstoffen noch bringen sollen.
Bestenfalls die etwas höhere Elastizität von FPM hält vielleicht eine ausgeleierte Gabel etwas länger dicht , aber das ist es auch schon.
Oberlehrer abtreten
und weg
Klaus

Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 09:30
von Wilfried
Irgendwie hift das meinem Gabelproblem nicht so richtig weiter. Es geht nicht darum ein Undichtigkeitsproblem abzustellen, sondern das enorm hohe Losbrechmoment der Gabel mit neuen Standarddichtringen zu minimieren. Eine theoretische Abhandlung über die von du Pont hergestellten Materialien macht sich zwar ganz gut, bringt mich aber nicht wirklich weiter.
Mittlerweile sehe ich Licht am Horizont, ein älterer Triumph -Schrauber aus der näheren Umgebung erzählte mir gestern er habe auch lange Zeit mit dem gleichen Problem an seiner Triumph herumlaboriert. Die Lösung waren ein zweiteiliges, selbst auf der Drehbank hergestelltes Dichtsystem aus Teflon. Wie er sagt ist es vollkommen dicht und arbeitet ohne spürbares Losbrechmoment. Ich werde es mir demnächst ansehen und wenns mich überzeugt an meiner Gabel umsetzen.
Wilfried
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 09:52
von Alexander
Du könntest auch versuchen es zu minimieren , indem du die Ringfeder von deinen alten Ringen verwendest . Vieleicht sind die neuen Ringe zu stramm vorgespannt . Das Gummi wird sicher auch noch etwas nachgeben , wenn es 100km gearbeitet hat .
Gruß Alexander
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 10:34
von Martin
Wilfried hat geschrieben:Irgendwie hift das meinem Gabelproblem nicht so richtig weiter. Es geht nicht darum ein Undichtigkeitsproblem abzustellen, sondern das enorm hohe Losbrechmoment der Gabel mit neuen Standarddichtringen zu minimieren. Eine theoretische Abhandlung über die von du Pont hergestellten Materialien macht sich zwar ganz gut, bringt mich aber nicht wirklich weiter.
Mittlerweile sehe ich Licht am Horizont, ein älterer Triumph -Schrauber aus der näheren Umgebung erzählte mir gestern er habe auch lange Zeit mit dem gleichen Problem an seiner Triumph herumlaboriert. Die Lösung waren ein zweiteiliges, selbst auf der Drehbank hergestelltes Dichtsystem aus Teflon. Wie er sagt ist es vollkommen dicht und arbeitet ohne spürbares Losbrechmoment. Ich werde es mir demnächst ansehen und wenns mich überzeugt an meiner Gabel umsetzen.
Wilfried
Ja mach das Wilfried. Ich denke aber dass die Information von Klaus sicher doch hilfreich hätte sein müssen, da Du ja selber nach Viton Ringen gefragt hast. Die Antwort mag Dich ja nicht befriedigt haben, aber da kann Klaus ja nichts für.
Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass Dein Problem zumindest sonderbar ist und so nicht auftreten sollte. Wenn Du nun einen aufwendigen Umbau zur "Lösung" Deines Problems durchführst mag das helfen. Das Grundproblem hingegen ist weiterhin da.
Die Gabel muss mit richtig montierten Dichtringen arbeiten wie jede andere Gabel auch. Entweder ist was falsch montiert oder falsch geliefert oder was auch immer. So leichtgängig wie eine moderne Gabel aus heutiger Zeit war es nie und wird es nie.
Gruß, Martin
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 10:47
von Martin
Ach ja. Ich montiere die Ringe immer mit Vaseline.
Gruß, Martin
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 11:18
von Ralph G.Wilhelm
...und ich benetze die Dichtringe (die "Lauffläche") mit Gabelöl.
wenn die Ringe zu eng sind hilft das aber auch nicht

Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 11:37
von Tim
Wilfried hat geschrieben:Die Lösung waren ein zweiteiliges, selbst auf der Drehbank hergestelltes Dichtsystem aus Teflon.
Kann man auch kaufen, z.B. Trelleborg Stepseal:
Gibt es wahrscheinlich auch in zöllig, und ich vermute mal schwer, dass die Gabelstandrohre 1-3/8 "haben. Das sind Teflon-Dichtringe, die mit einem O-Ring angedrückt und statisch gedichtet werden. Ist eine Standarddichtung für Linearhydraulik. Die Einbaunuten sind allerdings ggf. unterschiedlich. Auf der
Trelleborg-Homepage gibt es Kataloge, bevor ich sowas drehe, würde ich erstmal da nachsehen. Bezugsquelle ist wie gesagt Industrie- und Landmaschinen-Fachhandel, v.a. bei letzteren regiert das Zoll.
Tim
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 11:51
von Tim
Klaus Thoms hat geschrieben:... gilt folgende Farberkennung
Schon lange nicht mehr, ich hab hier grüne und schwarze FKM-O-Ringe, braunes EPDM oder gelbes oder blaues oder grünes PTFE auf dem Tisch gehabt, das kommt eigentlich nur noch auf den Compound und die Laune des Herstellers an, was er nun mit seinen Füllstoffen erreichen will.
Wer da glaubt , das das Losbrechmoment sich irgendwie unterscheidet , der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten , mal ganz ehrlich.
Die Reibwerte der verschiedenen Compounds unterscheiden sich schon, bei NBR und FKM würde ich schätzen, dass da ein Faktor 2 drin ist, wieder je nach Gummimischung. Ändert aber nix an der Tatsache, dass das Problem hauptsächlich daraus resultiert, dass ein Simmerring an der Stelle eigentlich den Tatbestand des groben Unfugs erfüllt.
NBR ist DER Werkstoff bei Einsatz in (auch heissem) Motoröl.Bestens auch als Gabeldichtring , egal was ihr einfüllt ( ATF;Hydrauliköle,Motoröl etc.)
Auch schon lange nicht mehr, weil FKM das eigentlich alles besser kann und weniger quillt im Zweifel - in ein paar Medien quillt das Zeug gewaltig. NBR ist v.a. billig und wird deswegen bevorzugt, aber nicht wg technischer Eigenschaften.
Tim
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 17:58
von Klaus Thoms
Du weisst schon :
Fachleute wissen viel über wenig , aber die richtigen Spezialisten wissen dann letztlich alles über gar nichts
Zwei Fachleute ergeben fünf gut fundierte Meinungen .
Ich denke das ein ganz anderes Problem vorliegt , das aber bisher keiner erkannt hat .
Es ist nur eine stinknormale Gabel , zu 100tausenden gebaut , nicht optimal , aber funzt .
Re: Gabeldichtringe
Verfasst: Dienstag 31. Mai 2011, 18:27
von Tim
Klaus Thoms hat geschrieben:... aber die richtigen Spezialisten wissen dann letztlich alles über gar nichts
Joh....
Ich denke das ein ganz anderes Problem vorliegt , das aber bisher keiner erkannt hat .
Es ist nur eine stinknormale Gabel , zu 100tausenden gebaut , nicht optimal , aber funzt .
Naja, wenn die ausgebauten Gabelbeine ohne Simpelringe laufen, mit aber klemmen, ist das schon ein ganz gutes Indiz. Und sowas wie eine Stepseal an der Stelle ist in jedem Fall eine Verbesserung, wenn man die Einbausitewation in den Griff bekommt.
Tim