Na ja, ich dachte. es gibt ja genug Mofas. Also hab ich vertraut....
Und was bekam Martin 2 Jahre später? Eine Hercules M5... Ein besseres Fahrrad... Sattel, kleinen Tank, leicht verrottet, KEIN Zündschlüssel(!). Unter der Fahrradlampe mit Minitacho (die Zündapp hatte schon ein Armaturengehäuse) war so ein Blechstreifen, den man gegen Masse drücken musste um den Motor zu stoppen. Genial, aber nicht zum Showmachen geeignet...
Echt, ich fühlte mich betrogen.
Ich hab dann einen dicken Krümer von einem Typen aus dem Jugendzentrum für 5 DM gekauft. Da bin ich mit dem Gefühl, etwas ganz besonderes zu tun, den Berg hinaufgekrochen mit meiner lahmen Möhre und hab bei ihm geklingelt. Er wohnte bei seiner Oma. Er blickte über die Schulter, als täte er was ganz verbotenes und überreichte mir den Krümmer. OK, er sah komisch aus. Abgesägt. Aber wird schon.
Ich hab das Teil sofort zu Hause dran gebaut. Was soll ich sagen? Er war zu kurz.. Also musste ich den Auspuff irgendwie dahinbiegen, bis er irgendwie über den Krümmer kam. Eher nicht so optimal, ging aber irgendwie. Ich muss sagen, sie wurde schneller. Allerdings nicht wirklich sehr viel. Dann eben noch den Luftfilterkasten abgemacht. Brachte nichts. Größeres Ritzel vorne?
Alles schön, aber man muss an dieser Stelle wissen, dass mein Vater Bauarbeiter war und sein Werkzeug eher auch dem Gewerbe entsprach. Die paar alten Schraubenzieher und rostige Maulschlüssel die er hatte, waren nicht das A&O. Egal.
Dann bekam ich den Tip: Kolbenfenster. Wow. Hört sich toll an. Ich bekam von einem Freund meines Bruders in einer wahren Zeremonie einen Kolben mit besagtem Kolbenfenster überreicht. Gesagt getan, ich hab den Zylinder runter gezogen und den Kolben gewechselt. Fachgerecht mit Zangen und Hammer
Aber da gab es noch die anderen Jungs. Standard war die Zündapp CS 25 oder gar die CX, bekannt als "Hai25". Die hatten Dreigang und Sitzbank. Meine Kiste war im Vergleich lächerlich. Der eine fuhr seine CS wie er sagte mit 65 km/H und peilte die 70 an. Klar, es gab dafür auch genug Kits für mehr Hubraum etc. Besonders gemein war, dass der eine der Sohn vom Gemeindedirektor war (der Stellvertreter vom Bürgermeister). Wahrhaftig habe ich es einmal erlebt. Polizeikontrolle. Er hatte auch so ein 60 km/H Teil. Der Polizist schaute streng und fragte dann irgendwann Gxxxx? Vom Gemeindedirektor GXXX? Ja? Pass mal auf. Fahr jetzt nach Hause und lass Dich nicht mehr erwischen. Klar? Nicken, Papiere zurück. Weg.. Wie ungerecht kann eine Welt sein?
Mein alter Herr warnte mich direkt: Wenn Du da irgendwas machst, dann ist das Teil sofort weg....
Sei es drum.
Als nächste Ausbaustufe bekam ich was ganz exklusives. Einen Zylinder mit aufgeweiteten Einlasskanälen. Ich hatte das bei meiner vorher auch probiert. Ich hatte da so ne grobe Feile in der Hand. Heute weiß ich, es ist eine Raspel gewesen. Für Holz. Mein Vater nutzte es für die Ecken von Ytongstein... Was soll ich sagen. Der Typ von dem ich das bekam hatte eine Menge Herculesse geschlachtet. Sein Vater war der Hausmeister (Küster)der Kirche. Und das Lager mit den Mofateilen war direkt im Keller von dem Leichenhaus des Friedhofes. Ich kaufte ein paar Teile, auch den hohen Lenker der Hobbyrider. Super sah das aus. Allerdins machte sich das negativ im Standgas bemerkbar, wenn man am Lenker drehte. War der Zug vielleicht ein wenig kurz?
Der Zylinder kam drauf und ich erreichte die 50 km/H Marke. Einen Haken hatte das... Ich brauchte dafür so ca. 5 km Anlauf und Bergauf fuhr die Möhre gar nicht mehr.
Nun war meine Mofa Karriere schon absehbar dem Ende nahe. Ich stellte meine Tuningversuche ein und vermisste eines Morgend mein Mofa. Das stand in der Einfahrt. Zumindest sonst immer. Ihr könnt es ahnen... der fehlende Zündschlüssel(!). Ich war sehr geknickt, denn jetzt stand wieder Fahrrad fahren an. Mein Vater war nicht bereit, für die letzten Monate vor der 80er ein neues Mofa zu kaufen. Außerdem bin ich gerade in der Realschule sitzenggeblieben... Ich hab es natürlich der Polizei gemeldet, ohne aber Hoffnung zu haben.
Zwei Wochen danach rief mich der örtliche Polizist an. In Breckerfeld,ca. 6 km entfernt, sei mein Mofa gefunden worden. Es lag vor einem Hof, ohne Sprit. Da befand der Dieb mein Mofa noch nicht einmal für würdig, es zu betanken? Ich habe es abgeholt und war nun wieder Mofafahrer.
Es war eine harte Zeit. Immer zu langsam, immer Regen und immer kalte Hände
Dann wurde ich 16. Den 80er Schein (1b) hatte ich und ich freute mich auf ein schickes neues Moped. Klar... Diesmal bekam ich die gebrauchte verrauchte meines Bruders. Mittlerweile zweifelhaft verschönert mit Polybaur Vollverkleidung und entsprechenden schönen Sturzspuren. Koffer waren auch dran. Mein Gott, wie hässlich. 4600 DM hat die neu gekostet. Und ich bekomme was aufgetragenes. War ja mal wieder typisch. Ich demontierte schnell die Vollverkleidung. Da ssah echt scheiße aus. Zumindest aber irgendwie cool. Der Scheinwerfer war Rahmenfest und die Cokpitverkleidung war nicht auffindbar. Hatte irgendwas von den heutigen Superbikeumbauten, wenn die Jungs die VVK's der Japaner abbauten une nen breiten Lenker anbrachten. War ich Trendsetter?
Ich machte weiter unsinnigerweise Tuningversuche mit meinem Bauarbeiter Equipement und hatte außer schmutzigen Fingern nichts davon. Der Fairnesshalber muss ich sagen, war mein Moped ganz ok. Die Scheibenbremse war schon cool und sie sah zumindest aus wie ein Motorrad. Nicht so wie die MB8 von Honda oder die RD80MX... die Honda MBX mit den Comstar Rädern war zwar ein Hungucker, mehr aber auch nicht. OK. Ne MTX.. abe rmeine Eltern waren komplett gegen Enduros.
Das einzige, was wirklich der Knaller war waren die RD80LC und LC2. Die LC hatte einen Einzelsitz. Cool! Aber das beste, die Wassergekühlten RD's liefen auch gut. Und es passte irgendwie auch ein 125er Satz. Das konnte mein Sachs Motor nicht. Aber wie ich sagte, ich hab überlebt.
Ich interessierte mich fortan mehr für Autos. Die Perlen wollten nicht hinten drauf sitzen, sondern neben Dir.
Aber hier noch eine eingeschobene Anekdote. Die Fremdsprachler der Realschulklasse (ich nix französisch, ich Chemie, Bio, Physik (Endnote 5, 4, 4)) hatten Schüleraustausch. Ich bin mit Thorsten (Ultra 80LC, sauschnell) zum Bahnhof nach Hagen gefahren, wo die Leute abgeholt wurden. Wir standen mit unseren Helmen da Spalier und fühlten uns großartig, wie wir den Reisebus auf der Rückfahrt immer wieder überholten, Pause machten, wieder überholten.. Die Woche mit den Franzosen war super. Ich traf mich mit einigen Anderen immer im Bistro in Schalksmühle und tranken Krefelder. Da kam eine Klassenkameradin zu mir und fragte, ob ich ihre Austauschschülerin mal mitnehmen würde. Klar. Ich nach Hause gebraten, zweiten Helm geholt und wieder zurück. Die saß hinten ganz eng. Ich bin dann zur Glör hoch gefahren. 12% Steigung. Das Gute: Ich hatte danach 12% Gefälle...
Ich hab so richtig Kitt gegeben und erreichte bergab locker 105. Im Bistro zurück war sie sehr begeistert und sie küsste mich zum Abschied dreimal auf jede Seite. Das war wohl eine besondere Verabschiedung.
OK. Verliebt hatte ich mich in eine andere Französin. Nach der ersten Party knutschten wir rum und ich war sehr traurig als sie wieder fuhr. Wir schrieben uns zwei mal, aber dann verloren wir den Kontakt.
Jetzt wieder zum Motorrad... ich fuhr erst mal mehr Auto, hatte aber als erste Maschine eine XJ900. Übrigens wieder von meinem Bruder. Aber diesmal war es unser Deal.
Wie ich die Lust am Motorradfahren wieder gewann und mein schleichender Hubraumabstieg gestoppt wurde erzähle ich später.
Mesnch und wenn ich ein Bild finde, wie ich auf meiner 80er sitze..
Tschüß erstmal!
