Schleifen von Bremsscheiben
Verfasst: Montag 7. Juni 2021, 23:05
Hallo,
ich habe mich entschieden dieses Thema doch separat zu beleuchten, da es doch unter Umständen sehr kompliziert sein kann. Die schwierigsten Bremsscheiben sind die Bremsscheiben, die eine Nabe mit Anschraubfläche an eine Nabe (wie bei Autos oder auch bei unseren NORTONs) haben. Die lassen sich auch in Großserie nur in gespanntem Zustand schleifen, wogegen sich die Scheiben ohne Nabe (beispielsweise die schwimmenden Bremsscheiben auf separaten Bremsscheibenträgern) relativ einfach beidseitig gleichzeitig ungespannt schleifen lassen. Je nach Durchmesser kommen hier in der Großserie Maschinen mit Topf- Schleifscheibendurchmessern (da sie mit ihrer Planfläche schleifen) bis zu 750mm zum Einsatz. Taktzeit je nach Aufmaß: ca. 21 sec inkl. Werkstückwechsel.
Bei Schleifscheiben wie wir sie haben, wird das schwieriger:
Nehmen wir an, die Bremsfläche(n) hätte(n) einen Schlag gegenüber der Anschraubfläche. Dann müsste man die Scheibe auf der Anschraubfläche spannen und kann dann zunächst die äußere Fläche zur Anschraubfläche parallel schleifen (je nach Zeitaufwand kann man hier über einige tausendstel mm Parallelität reden). Damit hätte man zunächst den Schlag aus dieser Fläche herausgeschliffen. Man kann dann davon ausgehen, dass diese erst- geschliffene Fläche auch eben ist. Das ist wichtig, da diese Fläche ja nach dem Umspannen die Referenzfläche für die gegenüberliegende 2. Bremsfläche ist. Sowas lässt sich zum Beispiel auf einer DISKUS DV 300 (300mm Schleifscheibendurchmesser) auf einer angetriebenen rotierenden Magnetplatte machen. Die DISKUS kenne ich. Es gibt auch andere vor allem italienische Hersteller. Diese Maschinen sind genauso gut, kosten aber nur die Hälfte, weil sie in größeren Serien hergestellt werden. Eine DISKUS kostet neu, nach meinen letzten Informationen etwa 60.000,00€ und es gibt keine Serienfertigung für diese Maschinen.
In der Großserie würde man auf einer Doppelplanseiten- Schleifmaschine (beispielsweise DISKUS, FIVES GIUSTINA aber auch andere) auf der Anschraubfläche spannen und beide Flächen gleichzeitig mit 2 gegenüberliegenden Schleifscheiben schleifen. Hier reden wir aber über einen Invest von über 600.000€.
Man wird meinen, das wäre teuer. Na ja, diese Maschinen halten etwa 40 Jahre und schleifen bei einer Taktzeit von ca. 45sek. (inkl. beladen und spannen) Millionen von Bremsscheiben in Ihrer Dienstzeit. Danach kann man sie überholen und es geht weiter.
Klar ist, man kann auch drehen (jedenfalls Metall), aber das ist nicht mein Thema. Da sollten die Dreher was zu sagen. Allerdings, bei Silizium- Karbid- oder Karbon- Bremsscheiben wird man ums Schleifen nicht umhin kommen.
Gruß
Klaus
ich habe mich entschieden dieses Thema doch separat zu beleuchten, da es doch unter Umständen sehr kompliziert sein kann. Die schwierigsten Bremsscheiben sind die Bremsscheiben, die eine Nabe mit Anschraubfläche an eine Nabe (wie bei Autos oder auch bei unseren NORTONs) haben. Die lassen sich auch in Großserie nur in gespanntem Zustand schleifen, wogegen sich die Scheiben ohne Nabe (beispielsweise die schwimmenden Bremsscheiben auf separaten Bremsscheibenträgern) relativ einfach beidseitig gleichzeitig ungespannt schleifen lassen. Je nach Durchmesser kommen hier in der Großserie Maschinen mit Topf- Schleifscheibendurchmessern (da sie mit ihrer Planfläche schleifen) bis zu 750mm zum Einsatz. Taktzeit je nach Aufmaß: ca. 21 sec inkl. Werkstückwechsel.
Bei Schleifscheiben wie wir sie haben, wird das schwieriger:
Nehmen wir an, die Bremsfläche(n) hätte(n) einen Schlag gegenüber der Anschraubfläche. Dann müsste man die Scheibe auf der Anschraubfläche spannen und kann dann zunächst die äußere Fläche zur Anschraubfläche parallel schleifen (je nach Zeitaufwand kann man hier über einige tausendstel mm Parallelität reden). Damit hätte man zunächst den Schlag aus dieser Fläche herausgeschliffen. Man kann dann davon ausgehen, dass diese erst- geschliffene Fläche auch eben ist. Das ist wichtig, da diese Fläche ja nach dem Umspannen die Referenzfläche für die gegenüberliegende 2. Bremsfläche ist. Sowas lässt sich zum Beispiel auf einer DISKUS DV 300 (300mm Schleifscheibendurchmesser) auf einer angetriebenen rotierenden Magnetplatte machen. Die DISKUS kenne ich. Es gibt auch andere vor allem italienische Hersteller. Diese Maschinen sind genauso gut, kosten aber nur die Hälfte, weil sie in größeren Serien hergestellt werden. Eine DISKUS kostet neu, nach meinen letzten Informationen etwa 60.000,00€ und es gibt keine Serienfertigung für diese Maschinen.
In der Großserie würde man auf einer Doppelplanseiten- Schleifmaschine (beispielsweise DISKUS, FIVES GIUSTINA aber auch andere) auf der Anschraubfläche spannen und beide Flächen gleichzeitig mit 2 gegenüberliegenden Schleifscheiben schleifen. Hier reden wir aber über einen Invest von über 600.000€.
Man wird meinen, das wäre teuer. Na ja, diese Maschinen halten etwa 40 Jahre und schleifen bei einer Taktzeit von ca. 45sek. (inkl. beladen und spannen) Millionen von Bremsscheiben in Ihrer Dienstzeit. Danach kann man sie überholen und es geht weiter.
Klar ist, man kann auch drehen (jedenfalls Metall), aber das ist nicht mein Thema. Da sollten die Dreher was zu sagen. Allerdings, bei Silizium- Karbid- oder Karbon- Bremsscheiben wird man ums Schleifen nicht umhin kommen.
Gruß
Klaus