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Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Montag 1. Februar 2010, 22:46
von Johannestiger
Hallo,
ich will ja ungern die allgemeine und äußerst unterhaltsame wirtschaftsgeschichtliche Diskssion über Produktionsformen beim Teeaufgießen in englischen Motoradmanufakturen unterbrechen. Aber hat nun jemand von euch schon einmal versucht an einer Commando den hinteren Isolastikeinsatz zu wechseln ? Wenn das der Fall ist, fände ich es spannend ganz grob die wichtigste Reihenfolge der Arbeiten zu erfahren. Zuerst Hinterad und Schwinge raus? Danach Primärtrieb und Getriebe? Muss der Motor/Getriebehalter auch raus? Bleibt der Öltank drin? Auf weitere Hinweise freue ich mich.
Gruß
Alexander
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 00:47
von Tim
Johannestiger hat geschrieben: Aber hat nun jemand von euch schon einmal versucht an einer Commando den hinteren Isolastikeinsatz zu wechseln ?
Ja, grade erst vor ein paar Tagen, und mehrfach, wie gesagt.
1. Obere Motorhalterung, Vergaser und Krümmer runter
2. Kopf runter (ist etwas tricky: Du musst den Kopf beim Heben nach hinten wegdrehen und dabei die Stößelstangen mit hochnehmen) - es streiten sich die Geister, ob man den Kopf in der Commando runternehmen muss, aber da ich alle drei grade komplett zerlege, hab ich mich da nicht weiter drum gekümmert.
3. vordere Iso raus
4. Motor raus
5. Getriebe raus
6. spätestens jetzt muss auch das Hinterrad raus
7. Engine cradle raus
8. Schwinge ab
So ganz grob ist es das...
EDIT: Ach so, Du willst dann ja auch die Isos wechseln. Dazu brauchst Du - neben dem Handbuch - ein Einziehwerkzeug, da die Gummis Übermaß haben logischerweise (es geht wohl auch ohne und mit irgendeinem Schmiermittel, aber das Tool ist sehr einfach auf einer Drehbank herzustellen, vielleicht hast Du ja eine oder kennst jemand...):
http://www.oldbritts.com/19_063971.html
Das ist explizit für vorne, aber ich würde vermute, dass es hinten auch sowas gibt oder geben sollte. Ist nur ein Zylinder, der innen eine Einzugsfase hat (Winkel 20°, Innenradius am Ende entsprechend des Iso-Rohrs und am Anfang ein,zwei mm größer) und ein Stempel zum Eindrücken.
Ich hab bislang nur Erfahrung im Commando-Zerlegen, mal sehen, wann die vom Commando-Zusammenbauen dazukommt, da wirst Du mir im Zweifel vorraus sein....
Tim
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 12:11
von Tim
Johannestiger hat geschrieben: Danach Primärtrieb und Getriebe? Muss der Motor/Getriebehalter auch raus? Bleibt der Öltank drin?
Äh, mir fiel grad auf, dass ich den Primär komplett übersehen hab, der muss vorher auch raus, in der Liste am besten gleich unter Punkt 1). Dazu noch zwei Anmerkungen, Du brauchst da noch zwei Spezialwerkzeuge - und eine lange Ölwanne, sobald der Deckel "kommt", läuft's Primäröl auf breiter Front raus.
Das Primärritzel sitzt auf der Kurbelwelle mit einem Kegelpresssitz, dafür brauchst Du den einen Abzieher, den Dir Dein Verkäufer wohl netterweise mitgegeben hat. Es gibt da Spezialisten, die drücken das Ritzel ab, indem sie stumpf zwei Schrauben durch die entsprechenden Bohrungen gegen das Motorgehäuse knallen - alle Gehäuse, die ich im Keller ha, haben exakt diese Spuren am Flansch, das geht gar nicht.
Die Kupplung muss man auf jeden Fall mit dem passenden Kompressions-Werkzeug ausbauen, das gibt sonst Kleinholz.
Die Iso irgendwie nach oben drücken, wird schon vom Rahmen her kaum gehen, wenn ich mir das nochmal alles genauer anschaue.
Tim
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 21:14
von Psycho-Ed
Jo.......DAS kann man alles machen........
.....oder man fährt halt einfach `ne Triumph........die "zerlegt sich dann auf der STRASSE".....

Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 22:35
von Norbert
Hallo Johannestiger,
warum bringst du das Motorrad nicht zuerst mal durch den TÜV, meldest es an und FÄHRST es mal ein paar hundert Kilometer. Spätestens danach wirst du wissen, was dir nicht gefällt, oder was wirklich notwendig ist. Aber für die hintere Isolastik einfach mal so einen, wie du sagtest, gut laufenden Motor zu zerlegen halte ich für sehr fragwürdig. Belass es für's erste mal beim Shimmen, denn das ist schon Arbeit genug....
Wenn der Motor dann mal aus welchem Grund auch immer aus dem Rahmen raus muss, kannst du immer noch die Iso-Gummis wechseln.
Bei meiner 750er Commando habe ich die Gummis bisher (150.000 km) zweimal gewechselt und das nur, weil das Motorrad aus einem anderen Grund zerlegt war. Ob die neuen Gummis wirlkich notwendig waren, bezweifele ich heute, denn die alten sahen auch nicht schlechter aus, als die neuen....
Gruß
Norbert
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 23:29
von Psycho-Ed
Titten.........ich will Titten seh`n..........herrgottsaakraahzementundsooo..Titten.......
Geile...Moppeds...........aber wo sind die...T....?????.....aaaaarggghhhhhlllll.........meine Frau hat mich gerade "erwürgckth".......
Geiler Hocker.......
CIAO...
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 23:43
von jan
Psycho-Ed hat geschrieben:Titten.........ich will Titten seh`n..........herrgottsaakraahzementundsooo..Titten.......
Geile...Moppeds...........aber wo sind die...T....?????.....aaaaarggghhhhhlllll.........meine Frau hat mich gerade "erwürgckth".......
Geiler Hocker.......
CIAO...
Eddie-Baby?! Alles im Lot??! Hast Du Dich gerade im Fred verirrt??!! Du wolltest doch bestimmt gerade Arvids Monkey vergöttern!!!
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Mittwoch 3. Februar 2010, 01:38
von Psycho-Ed
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Freitag 5. Februar 2010, 11:51
von Higgins
Moin !
Das mit der hinteren Isolastik-wechseln ist aufwendig -aber einfach.
Nix mit Öltank abbauen.
Ich habe es vor Frost gemacht, da ich gleichzeitig die Schwinge ausgetauscht habe.
Würde ich aber nur machen, wenn die ISO schwächelt oder anderes gemacht werden muß.
Aufgrund der momentanen sibirischen Verhältnisse bin ich seit längerer Zeit nicht mehr zu einer ausgiebigen Probefahrt gekommen
Haben die da nicht irgendwas vom Klimawandel gefaselt
Statt Mopedfahren ist derzeit nur Jever Pilsner-trinken angesagt.
Grüße aus West-Sib
Matthias

Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Sonntag 7. Februar 2010, 21:30
von Johannestiger
Hallo Matthias,
kannst du mir zwischen zwei Jever mal kurz schreiben, was das bedeutet " ..aufwändig aber einfach..". Wie bist du denn vorgegangen?
Gruß
Alexander
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 17:25
von Higgins
Moin Alexander !
1. Obere Motorhalterung lockern-am besten austauschen gegen 3. Isolastik. Krümmer +
Auspuff runter
2. Kopf runter muß nicht-es sei denn da muß was gemacht werden
3. vordere Iso raus -nö, nur lockern
4. kein Motor raus-hab ich nicht gemacht
5. Getriebe raus-hab ich nicht gemacht
6. spätestens jetzt muss auch das Hinterrad raus
7. Engine cradle raus-habe ich auch nicht gemacht.kann man aber machen
8. Schwinge ab-muß auch nicht unbedingt
Primärtrieb raus ist klar .
Ich habe das ganze auf Wagenheber (den Rahmen) gestellt bzw. fixiert. Mit einem hydraulischen Wagenheber kann man die Motorgetriebeeinheit gut hin- herschieben.
Für den Einbau habe ich eine Gewindestange vom Baumarkt mit ein paar Muttern und großen Unterlegscheiben genommen.
Guck Dir das in Ruhe an- Norton-Technik ist zum Selbermachen gebaut. Man muß manchmal ein wenig um die Ecke denken und zuvor ein Jever trinken-dann gehts.
Viel Spaß beim Schrauben
Das mit den BMW-Getriebeplatzer und gebrochenen Boxer-KW kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigung.
Was Martin da mit den Triumphs mit Norton-Aufklebern in Saudi-Arabien angemerkt hat, verfahren wir nach dem Motto: Tun wir so, als hätten Wir es nicht bemerkt !
Setz Dich am besten vors Mopped,guck sie Dir an, mach ein Jever auf und laß Dein Gehirn arbeiten.
Matthias
Viel Spaß beim Schrauben, denn Norton-Schrauben ist im Vergleich zu Asiaten und BMW ein Genuß

Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 18:12
von Tim
Matthias hat geschrieben:
Ich habe das ganze auf Wagenheber (den Rahmen) gestellt bzw. fixiert. Mit einem hydraulischen Wagenheber kann man die Motorgetriebeeinheit gut hin- herschieben.
Sixte, das meinte ich mit "hinten hochdrücken" gaaaanz weit da oben im Post. Ich bin aber irgendwie froh, dass sich die Frage bei mir nicht mehr gestellt hat - wenn schon, denn schon....
Tim
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 21:38
von Johannestiger
Hallo Matthias,
vielen Dank für deine Tips. Also werd' ich als nächstes 'ne Kiste Bier anschleppen, sobald der Frost nachgelassen hat und anfangen zu denken. Gibt ne Menge Leute dir mir das seit jeher empfehlen. Nur die Verbindung mit dem Bier ist ihnen nicht gekommen.
Demnächst werde ich berichten.
Alexander
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Dienstag 9. Februar 2010, 00:32
von Psycho-Ed
Abgesehen vom BIER....lechz.....
Oftmals ist es mit dem korrekten "Ausshimmen" der Isolastic getan.
Oftmals ist auch die Schwingen-Lagerung ausgejuggelt. Buxxen (manchmal auch "UND Axxe") erneuern.
Manchmal (ich will aber "nich den Toifel an die Wandt malen"....) muss sogar der "subframe" erneuert (oder durch das
"Auftragen von Metall wieder Auf-ge-fleischt") werden.......
Messen.......und messen......bekommt man alles wieder hin.
Is halt alles nur viel Arbeit. Aber die Norton-Teile kosten auch VIEL.
Naja.....Du hast ja schon geschrieben: Ne Kiste BIER......n büschn Zeit......ne gute Werkstatt-Ausrüstung......geht scho.```
step 1. Isolastic-Shimming checken und ggfls. einstellen
step 2. if OK.....check s/arm bushes and spindle (and lock-screw)
step 3. if "1" and "2" OK (you`re in "the shit") RENEW subframe. Oder halt s.o.
Have fun.
Cheerio
ED
Re: 750 Commando zerlegen
Verfasst: Freitag 27. August 2010, 22:27
von Johannestiger
So, es hat etwas lange gedauert, bis ich weiter gekommen bin. Inzwischen habe ich einiges über meine Norton herausbekommen. Sie ist Baujahr 1970 aber hat wohl einige Standards des Baujahrs 1969. So hat sie die Gabelbrücken wie eine Dominator, der Öltank steht quer vor der Batterie, der Seitenständer ist mit einer Lasche am Rahmen befestigt und der Rahmen hat noch die Aufnahmen für den Hauptständer obwohl dieser an den Halteplatten befestigt ist.
CIMG4245.JPG
Überholt wurde bisher die Gabel mit neuen Standrohren und Hülsen. Die alten Rohre hatten Rostnarben. Eine der neuen Hülsen musste nachgearbeitet werden. Der Umbau auf Faltenbälge gestaltete sich schwierig, weil der E-Teile Katalog nicht sehr aussagekräftig ist und der "erfahrene Teilehändler" entweder nicht die richtige Checkung hatte oder nicht nachdenken wollte. Jezt habe ich nach einigen Monate Wartezeit mir für die mir verkauften Gummiteile Adapter drehen lassen und die Gabel zusammen bauen können. Die angegammelten Lampenhalter sind beim Verchromer weil die Nachfertigungen zu lang waren.
Übrigens suche ich noch den alten Lampenhalter der aus einem um die Lampe gebogenen Draht besteht. Wer so etwas übrig hat, darf sich sehr gern bei mir melden !!
Da die Norton nun vorn wieder zusammen gebaut und die Teile aufgeräumt sind, geht es demnächst mit der Isolastik weiter. Zugegebener Maßen habe ich mich bisher davor ein wenig gedrückt.