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Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 18:08
von ekkeneckepen
nixwiefort hat geschrieben:Hallo Jens,

jetzt bin ich zwar bei weitem kein Fachmann, aber ist es nicht so, dass du aufgrund des ungünstigen (stumpfen) Zugwinkels von Seil auf unteren Anlenkhebel sehr viel Bremskraft verlierst ? die beste Ausnutzung des Hebels hast du bei rechtem Winkel zwischen Seil und Hebel.

was meint da die versammelte Fachmannschaft dazu ?

lg
Wolfgang
Lieber Wolfgang, sin60° = 0,866 (geschätzter "stumpfer" Winkel 120°) Man verliert also etwa 13 %, allerdings nicht an "Bremskraft" wie du schreibst sondern an der vom Handhebel erzeugten Kraft auf die Bremse. Die eigentliche Bremskraft entsteht ja zwischen Backen und Trommel und die bei meiner Konstruktion eingeleitete Handhebelkraft ist allemal ausreichend um die volle Bremswirkung zu erzielen.

Jens :smilingplanet:

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 18:20
von Gerd
Lieber Wolfgang, sin60° = 0,866 (geschätzter "stumpfer" Winkel 120°) Man verliert also etwa 13 %, allerdings nicht an "Bremskraft" wie du schreibst sondern an der vom Handhebel erzeugten Kraft auf die Bremse. Die eigentliche Bremskraft entsteht ja zwischen Backen und Trommel und die bei meiner Konstruktion eingeleitete Handhebelkraft ist allemal ausreichend um die volle Bremswirkung zu erzielen.
Das muss man erstmal öfter lesen und auf sich wirken lassen...... :mrgreen:

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 19:32
von chinakohl
...... Ingenieure halt......... ;-)

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 19:51
von Norton
Trotzdem verstehe ich nicht, warum man sich erst so eine "Gabelknickvorrichtung" in sein Motorrad baut, um dann so viel herzuschenken. Was auf jeden Fall auch noch darunter leidet, ist die Dosierbarkeit der Bremse, weil ja die Wirkung immer degressiver wird. Immer mehr Handkraft verliert sich in der ungünstigen Geometrie. Das kann einer guten Dosierbarkeit auch nicht dienlich sein.

Gruß. Martin.

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 19:57
von ekkeneckepen
Tut mir Leid, ich dachte es wäre verständlich genug. In der Skizze ist die Zerlegung der Kräfte dargestellt: Die Kraft Z ist die Kraft mit der der Draht gezogen wird. Diese Kraft Z lässt sich mit dem sogenannten Kräfteparallelogramm in die gewünschte senkrechte Komponente und eine unerwünschte waagerechte Komponente zerlegen und mit Hilfe der Sinusfunktion berechnen.

Es gilt sin60° (der Ergänzungswinkel zu den 120°) = A : Z Wenn man Z mit 1 annimmt (um es prozentual ausdrücken zu können) ergibt sich

A = Z x sin60° Der Sinus von 60° ist 0,866. Also ist A um ~ 13% kleiner als Z

Jens

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 14:39
von ekkeneckepen
Norton hat geschrieben:Trotzdem verstehe ich nicht, warum man sich erst so eine "Gabelknickvorrichtung" in sein Motorrad baut, um dann so viel herzuschenken. Was auf jeden Fall auch noch darunter leidet, ist die Dosierbarkeit der Bremse, weil ja die Wirkung immer degressiver wird. Immer mehr Handkraft verliert sich in der ungünstigen Geometrie. Das kann einer guten Dosierbarkeit auch nicht dienlich sein.

Gruß. Martin.
:abgelehnt:

Die Dosierbarkeit kann sich aber auch verbessern, nämlich dann wenn du du schon bei leichtem Zug einen Kopfstand riskierst.

Jens

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 18:16
von nixwiefort
Hallo Jens,

Jössas so viel Theorie.
Praktisch zählt halt der Winkel bei gezogener Bremse , dazu hast du noch höhere Reibungsverluste als bei rechtem Winkel.
Anyway, wir basteln alle gern an unserem Alteisen herum, und wenn du zufrieden bist, is es ok.

lg
Wolfgang

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 18:31
von ekkeneckepen
nixwiefort hat geschrieben:Hallo Jens,

Jössas so viel Theorie.
......dazu hast du noch höhere Reibungsverluste als bei rechtem Winkel. ....
lg
Wolfgang
Nö, die Reibungsverluste ändern sich wohl kaum weil der Draht nur auf Zug belastet wird, das hat nichts mit dem Anlenkwinkel zu tun. Ganz genau betrachtet hast du "ein klein, klein bisschen Recht" wenn man berücksichtigt, dass bei schlechter Anlenkung etwas mehr gezogen werden muss.

Jens

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 18:47
von Gerd
Warum eigentlich "Elefantenbremse" Weil man eine dicke Haut braucht um die Erklärungen zu verstehen? :mrgreen:

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 18:59
von Ludwig
Der Jens erklärt es halt zu kompliziert.
Mit Cos 30° wird's doch ganz einfach!

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 19:02
von ekkeneckepen
Ludwig hat geschrieben:Der Jens erklärt es halt zu kompliziert.
Mit Cos 30° wird's doch ganz einfach!
Du bist ein Zyniker Ludwig! sin 60° = cos 30° für alle die es nicht wissen.

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 19:06
von ekkeneckepen
Gerd hat geschrieben:Warum eigentlich "Elefantenbremse" Weil man eine dicke Haut braucht um die Erklärungen zu verstehen? :mrgreen:
Naja, etwas plump und elefantös sieht es schon aus, es ist halt nicht einfach mit vertretbarem Aufwand für eine Einzelanfertigung mit primitiven Maschinen (chinesisch) eine gefällige Form aus 25mm V4A herauszuschneiden.
Es ist wirklich nicht meine Absicht hier den Ingenieur heraus zu kehren, aber es ist hier eben auch nicht der Platz um technische Vorlesungen zu halten. Wenn du konkrete Fragen hast wo du eine Erklärung brauchst, will ich das gerne versuchen. Ansonsten haben wir doch alle eine mehr oder weniger ausgeprägte berufliche Deformation - oder nicht? Bei den "Velocette-Racing-Boys" ist es seit Jahren Brauch ein sogenanntes Weihnachtsbasteln Reihum zu veranstalten wo dann die Spezialisten am praktischen Beispiel theoretisch und praktisch ihre Kenntnisse weitergeben - wäre vielleicht auch was für dieses Forum?

Jens

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Sonntag 12. Juni 2016, 20:56
von Woelfle
Ist zwar schon etwas her, ich möchte das Thema mit den Klemmen aber nochmal aufgreifen.
Mir schwebt da nämlich was ähnliches vor.
Hab noch eine Doppel-Duplex Bremse rumliegen, die ich in die Roadholdergabel implantieren möchte.
Da ich nicht die Schrauben der Schutzblechbefestigung nutzen möchte, werd ich mir wohl was ähnliches anfertigen.
Spricht irgendwas gegen die Lösung mit den Klemmen?
Gibts hierzu mittlerweile Erfahrungswerte?

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Sonntag 12. Juni 2016, 21:29
von ekkeneckepen
Hallo Woelfle

Funktioniert wie gewünscht. Kleine Veränderungen habe ich noch gemacht, aber die Klemmfäuste haben sich ohne zu schwächeln bewährt. Ich hatte vorsichtshalber Strichmarkierungen über das Tauchrohr und die Klemmfaust gemacht um zu sehen ob da was arbeitet das ist nicht der Fall gewesen. Bisher bin ich ungefähr 1000km damit gefahren und fühle mich sehr sicher in dem Bewusstsein die Karre jeder Zeit zum stehen zu bringen.

Schönen Abend noch, Jens

Re: Elefanten-Bremse

Verfasst: Montag 13. Juni 2016, 19:22
von Woelfle
und fühle mich sehr sicher in dem Bewusstsein die Karre jeder Zeit zum stehen zu bringen. 
Ganz genau darum gehts mir auch. Das nenn ich mal ne gute Rückmeldung, bassierend auf echten Erfahrungswerten, prima. Mit so ner Aussage kann man was anfangen :bindafür:

Hast du zufällig noch eine Skizze bzw. relevante Maße deiner Konstruktion?

Gruß Patrick