Seite 2 von 59

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 19:37
von rivera
Towner hat geschrieben:Hi,
Es macht auch Sinn, mal die Steuerseite genauer zu untersuchen. Steuerkette, Festigkeit der Intermediate-Welle im Gehäuse, Gewinde der Stehbolzen für die Ölpumpe im Gehäuse.
Ralf
Die Intermediate-Welle sitzt fest im Gehäuse, Steuerkette etc. ist grade nicht zur Hand, da in der anderen Werkstatt.
Die steuerseitige Buchse der Nockenwelle hat sehr viel Spiel, die muß neu gemacht werden.
Frage dazu: Muß die nach Einbau aufs richtige Maß aufgerieben werden? Also Fall für den Fachmann?

Ölpumpe:
Die Deckel habe ich abgezogen, man sieht jetzt keine Laufspuren der Zahnräder mehr.
Dieses Teil http://www.ebay.de/itm/220800768333?_tr ... EBIDX%3AIT
gibts als Ersatz. Leider nicht das dazugehörige lose Zahnrad. Norvil meinte auf Nachfrage, daß man das lange Ende abschneiden soll
und somit die zweite Welle für die Ölpumpe hat. Auch eine Option.

Nockenwelle:
Die gebrauchte aber gute Welle ist jetzt da und wird verwendet.
Die breite Beilagscheibe kommt von aussen auf das Timinggehäuse unter das Ritzel?

Noch ne saudumme Frage: Zwischen die Kurbelgehäusehälften kommt keine Papierdichtung? Abdichtung mit Hylomar oder ähnlichem?

Uli

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 20:38
von Domi-650SS
Norton hat geschrieben:…BSW-Gewinde und auf der andren Seite mit eine Cyclethread versehen…
Da bin ich mit Dir nicht einig: Der frühere Stehbolzen hatte beidseitg Cyclethread, jedenfalls gemäss meinen Unterlagen, und das irritiert mich :-k
http://www.norvilmotorcycle.co.uk/067598.htm und das hier: http://www.norvilmotorcycle.co.uk/062664.htm
Ich werd nun einen der meinen, wider jeder Vernunft, rausdrehen und analysieren :facepalm2: nur weil's mich interessiert.
Fritz

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 20:52
von Martin
bad_friday hat geschrieben: Ich werd nun einen der meinen, wider jeder Vernunft, rausdrehen und analysieren :facepalm2: nur weil's mich interessiert.
Fritz
Wenn Du DIr ganz sicher bist, dass Du die Gewinde visuell wirst unterscheiden können.... :?:

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 21:02
von Domi-650SS
Martin hat geschrieben:…Wenn Du DIr ganz sicher bist, dass Du die Gewinde visuell wirst unterscheiden können.... :?:
Tja Martin,
Von einem Bildchen nicht, aber wenn ich's in der Hand habe und eine Gewindelehre einsetzen kann :)
Fritz

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 21:37
von Tim
rivera hat geschrieben:Frage dazu: Muß die nach Einbau aufs richtige Maß aufgerieben werden? Also Fall für den Fachmann?
Eigentlich sind die auf Endmaß, wenn die eingezogen sind. Es geht also prinzipiell, dass man das Gehäuse warm macht, die Buchse rausholt und die kalte neue einzieht, dann sollte es stimmen.

Ein Motorenbauer mit dem entsprechenden Anspruch würde es wohl noch ausmessen, wie gut die beiden Lager fluchten bzw. gleich untermaßige Buchsen in der Flucht reiben. Ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die beiden Motoren, aus denen ich ein Best-of baue - der Okinaalmotor von der 1970er und ein 1971er Spendermotor - hatte beide offensichtlich sehr geringen Laufleistungen auf diesen Teilen.
Die breite Beilagscheibe kommt von aussen auf das Timinggehäuse unter das Ritzel?
Wenn Du die Kupferscheibe mit der Verdrehsicherung meinst, die kommt am besten gar nicht mehr rein, da ist die Scheibe ab 1971 besser.

Guxdu Oldbritts.

Noch ne saudumme Frage: Zwischen die Kurbelgehäusehälften kommt keine Papierdichtung? Abdichtung mit Hylomar oder ähnlichem?
Ja.


Tim

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2015, 21:51
von Tim
Towner hat geschrieben:Ok, an meiner 850er sind Helicoils drin und soviel ich in Erfahrung bringen konnte ist das werkseitig so.
Keine Ahnung, ob das werksseitig schon so ist, jedenfalls sind konstruktionsseitig schon vorgegebene Stahl-Gewindeeinsätze der diversen Geschmacksrichtungen inzwischen ziemlicher Standard. Stichwort Gewindepanzerung, nicht -reparatur.


Tim

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 07:46
von rivera
bad_friday hat geschrieben:
Norton hat geschrieben:…BSW-Gewinde und auf der andren Seite mit eine Cyclethread versehen…
Da bin ich mit Dir nicht einig: Der frühere Stehbolzen hatte beidseitg Cyclethread, jedenfalls gemäss meinen Unterlagen, und das irritiert mich :-k
http://www.norvilmotorcycle.co.uk/067598.htm und das hier: http://www.norvilmotorcycle.co.uk/062664.htm
Ich werd nun einen der meinen, wider jeder Vernunft, rausdrehen und analysieren :facepalm2: nur weil's mich interessiert.
Fritz
Lass mal drin, ich fotografiere heute meine, da kannste dann vergleichen, ist ja eh alles zerlegt!

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 09:06
von Towner
rivera hat geschrieben:Frage dazu: Muß die nach Einbau aufs richtige Maß aufgerieben werden? Also Fall für den Fachmann?
Kann natürlich immer mal passieren. 90% der Arbeiten müssen vom Fachmann gemacht werden. Da kann man dann auch noch das Gehäuse montieren lassen, auf die 50€ kommt es dann auch nicht mehr an. Für Kurbel- und Nockenwelle muss ja auch das entsprechende Axialspiel eingestellt werden. Die Hauptlager würde ich auf jeden Fall durch die Superblend-Lager ersetzen.
bad_friday hat geschrieben:
Martin hat geschrieben:…Wenn Du DIr ganz sicher bist, dass Du die Gewinde visuell wirst unterscheiden können.... :?:
Tja Martin,
Von einem Bildchen nicht, aber wenn ich's in der Hand habe und eine Gewindelehre einsetzen kann :)
Fritz
BSW ist Grobgewinde, das sieht man so. Das ist auch nichts besonderes. Stehbolzen haben auf der Aluseite meistens das grobere Gewinde.

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 09:54
von Towner
Nochmal Thema Ölpumpe.
Neben der reinen Funktion gibt es ja noch das Wet-Sumping-Problem. Selbst eine gut gemachte Pumpe kann in 2 Wochen einen knappen Liter Öl durchlassen. Und das kommt nicht nur an den Flanken durch. Das kann also sehr nervig werden, wenn ich mir die Zahnräder so ansehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du da dann nochmal ran musst ist also hoch. Und den Steuerdeckel macht man nicht so gerne auf.

Ralf

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 10:48
von Martin
Towner hat geschrieben:
BSW ist Grobgewinde, das sieht man so. Das ist auch nichts besonderes. Stehbolzen haben auf der Aluseite meistens das grobere Gewinde.
Ich muss einräumen, dass ich nicht weiß bei welcher Gewindegröße wir uns bewegen. Und ich hatte noch UNC im Kopf, Martin Norton gab ja den Hinweis die zu nehmen. Und die wären von der Steigung ja gleich. BSW müsste bei 1/4 20TPI haben, Cycle 26. Klar, das erkennt man auch mit dem Auge. :halloatall:

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 12:07
von Domi-650SS
So, hab' einen Bolzen ausgebaut. Die Gewinde sind beidseits 5/16" 26tpi, also BSC. Gewindelänge 9/16".
Fritz

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 12:30
von Tim
Martin hat geschrieben:Ich muss einräumen, dass ich nicht weiß bei welcher Gewindegröße wir uns bewegen.
Die Ölpumpen-Stehbolzen sind 5/16", wie auch die vom Kettenspanner. Ich meine an der Stelle und bei dem Baujahr wäre es BSC, ich hab die Stehbolzen bei meinem Motor aber wiederverwendet und daher nicht genauer betrachtet. Wenn es BSC ist, bleibt auch nur BSC als Ersatz.
Und ich hatte noch UNC im Kopf, Martin Norton gab ja den Hinweis die zu nehmen. Und die wären von der Steigung ja gleich.
Grundsätzlich: Der Commando-Motor wurde 1972 grundlegend überarbeitet, u.a. wurden dabei die meisten BSx-Gewinde gegen naheliegende UNx-Gewinde getauscht. Bis 1971 war es meist gehäuseseitig ein BSW-Gewinde - verbunden mit BSC für die Mutter. Danach war die Paarung meist UNC im Gehäuse mit UNF-Mutter, und der Unterschied in den Gewindeflanken und den Kernlochdurchmessern von BSW zu UNC ist doch hinlänglich durchgekaut. Klar lässt sich beides irgendwie wechselseitig ineinanderwürgen, nur ist danach in dieser Konstellation das Mutterngewinde auch verformt und wird einen Okinaal-Stehbolzen nicht mehr so gut halten wie vorher.

Die korrekten Stehbolzen sind neu doch alle problemlos zu bekommen, ich würde da nix mixen. Das führt nur zu Folgeproblemen, spätestens wenn man irgendwann nochmal an diese Verschraubung dran muss. Es ist eh schon so gut wie jede erdenkliche Gewinde-Norm südlich von altbabylonischen Rohrkeilgewinden an einer Commando irgendwie vertreten, da muss man ja nicht noch zusätzliche Verwirrung schaffen.

Aber lasst den armen Mann doch erstmal sichten, was er hat.... :pfeiffen: :wink:


Tim

Re: 70er Commando Aufbau Süd

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 12:40
von Norton
Was vom Fachmann gemacht werden muss, ist halt die Frage wie man selbst ausgerüstet ist und was man kann?
Ob nun eine Nockenwellenbüchse gerieben werden muss, oder nicht, kommt jedes mal auf den Einzelfall an. Bei einem Commando-Gehäuse hab ich mal eine auf der Steuerseite ersetzen müssen, weil die alte nicht mehr drin gehalten hat. Die Neue hatte dann wieder eine satte Überdeckung und ließ sich mich heissem Gehäuse einsetzen, mußte aber trotzdem nicht gerieben werden. Bei meinem Domi hab ich beide ersetzt, mußte aber nur die steuerseitige Büchse nachreiben, vielleicht um 3/100mm. Ich hab dann beide Seite touchiert und sie haben beide schön getragen. Die Steuerseitige Seite geht ganz normal mit einer verstellbaren Reibahle zum reiben, auf der Primärseite (Sackbohrung!) wird das dann interessant! Fluchtungsprobleme gibts meiner Erfahrung eigentlich nicht.
Ausbau auf der Primärseite geht ganz gut, wenn man mit einem großen Gewindebohrer (ich meine M22) ein Gewinde einschneidet und mit einer langen Schraube, oder einem Stück Gewindestange bei gut warmen Gehäuse die Büchse rauszieht.
Alle Nockenwellen mit der Schnecke brauchen auf dem Zylinderstück neben der Schnecke die gehärtete, geschliffene Distanzscheibe. Zusammen mit dem Steuerrad auf der anderen Seite stellt das das Achsialspiel der Nockenwelle zusammen mit der Gleitlagerbüchse ein.
Kurbelgehäuse wird nur mit Dichtmasse zusammengebaut. Der neuralgische Punkt ist ganz unten an dem Ölkanal, womit die Rückförderseite das Öl von der Ablaßschraube durch die Trennaht zur Pumpe saugt. Da ist an der Trennaht nur ein ganz schmaler Steg. Ist da keine Dichtmasse, oder nicht richtig entfettet, sucht sich das Öl den Weg zur nächsten Bolzenbohrung und somit ins Freie.

Gruß. Martin.

Re: 70er Commando Aufbau Süd on delay

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 14:47
von rivera
Tim hat geschrieben: Aber lasst den armen Mann doch erstmal sichten, was er hat.... :pfeiffen: :wink:
Tim
Der arme Mann weiß bald selbst nicht mehr, was er an der Norton hat.. :-k

Bilder gibbet heute keine, habe heute früh den Schlüssel zur Werkstatt vergessen...
Aber Ihr habt die Stehbolzenfrage ja schon durch.

Wetsumping/Oilpumping
So wie ich das lese ist es egal was man macht, das Öl bahnt sich einfach seinen Weg... :(

Und es hört sich so an, ob ein 1000tel mm oder Zöllchen ausserhalb der Toleranz bei irgendwelchen Sachen die
Karre zur sofortigen Explosion bringt.
Leute, ich will keine Rennen fahren, keine Quartermilesprints oder ähnliches.
EInfach mal gemütlich über oberschwäbische Nebenstrecken "heizen".

Weitere Vorgehensweise meinerseits:
Auf Lieferung der Dichtungen, Buchsen ,Lagerschalen und Gehäuseschrauben aus Guilching warten,
dann das "Krank-Case" zusammensetzen.
Dann schauen wir weiter!

Bin bereit für den nächsten Shitstorm... :steinigung: :ebiggrin:

Servus
Uli

Re: 70er Commando Aufbau Süd on delay

Verfasst: Montag 5. Januar 2015, 15:18
von jan
rivera hat geschrieben:Der arme Mann weiß bald selbst nicht mehr, was er an der Norton hat.. :-k

Wetsumping/Oilpumping
So wie ich das lese ist es egal was man macht, das Öl bahnt sich einfach seinen Weg... :(

Und es hört sich so an, ob ein 1000tel mm oder Zöllchen ausserhalb der Toleranz bei irgendwelchen Sachen die
Karre zur sofortigen Explosion bringt.

Bin bereit für den nächsten Shitstorm... :steinigung: :ebiggrin:
Ach Uli, das ist jetzt gerade `ne ganz schwierige Phase, die Du da durchlebst. Verwechsele die Welle der guten Ratschläge, die gerade über Dich hinwegbrandet, nicht mit einem Shitstorm! Und wenn sich die Welle wieder gelegt hast, kehrt nach und nach auch wieder Ruhe und Übersicht ein.

Eigentlich ist doch alles gar nicht so schwierig. Nimm einfach den Motor auseinander, sichte alles und setze es mit gesundem Menschenverstand wieder zusammen. Behalte nach Möglichkeit Originalgewinde bei und schone alle Verschraubungen. Bei Stehbolzen in Alu im Zweifelsfalle das eine oder andere Newtonmeterchen weniger beim Festziehen, dafür einen Troppen Loctite hochfest... dann wird das schon.

Wet-Sumping ist auch überhaupt kein Drama - dafür gibt es wunderschöne Absperrhähne! :twisted: :mrgreen: :facepalm2:

In diesem Sinne: Weiterhin gutes Gelingen. Und vor allem: Viel Spaß!!

Cheers, Jan