Martin hat geschrieben:Ein bisschen sanft bereinigt den Trööt. Hab aber auch ein wenig OT stehen lassen, bin ja kein Unmensch...
Joh, nur dass jetzt die Referenzen im OT fehlen, da hätteste den Rest des Geblödels auch entsorgen können.
Serie
Gewicht Pleuelauge linkes Pleuel: 72g
Gewicht Pleuelauge rechtes Pleuel 79g
Also irgendwas um die 75g im Mittel, nehmen wir da mal an.
Gewicht Pleuelfuß linkes Pleuel 287g
Gewicht Pleuelfuß rechtes Pleuel 281g
Das nennt man wohl Fertigungstoleranzen.
Die QC meines Brötchengebers würde das "Ausschuss" nennen.
MAP Pleuel:
Gewicht Pleuelauge 96g
Gewicht Pleuelfuß 274g
Da Du nur jeweils eins angibts, gehe ich davon aus, dass die MAPs gleich sind, oder?
Damit sind die MAPs um irgendwas bei 20g schwerer am Pleuelauge als die Serienteile, das würde ich mal als massiven Nachteil einstufen. Die Masse geht voll in die Vibrationen ein, das sind bei den Beschleunigungen schon einige Newtönchen Unterschied. Serie eins, MAPs null.
Kolbengewichte waren:
Für Serienpleuel Übermaß +0.010" jeweils 311g
Öhm, Kolben?...
Für die MAP´s std. kolben. Links 306g, rechts 314g
Das finde ich viel Delta, v.a. wenn ich davon ausgehe, dass die MAPs komplett gespant sind, oder? Zumindest sagt der Katalog "fully machined". Wieder: Ausschuss. Bei so einem individuellen Aufbau würde ich eine Toleranz von 1g erwarten, und bei dem Tamtam um die MAPs v.a. OHNE, dass man dann noch selbst Hand anlegen muss.
Ich werde vor Einbau dann mal zumindest die Kolben die unterschiedlich sind, angleichen
Auf jeden Fall.
Bei den Pleueln weiß ich es noch nicht, was rätst Du?
Öhm, die Pleuel sind doch gleich, oder? Oder wie oder was? Wenn die auch nicht halbwegs gleich sind, fänd ich das bei dem Getöse um die Dinger schon sehr fragwürdig.
Ich denke das wird ja nicht dramatische Auswrkungen auf den betrieb haben, jetzt wo auf diese Werte gewuchtet wurde... oder?
Kurzfassung: Nö.
Langfassung: Also, mal was ganz grundsätzliches zum Wuchten und zum Zinober mit den Wuchtfaktoren: Bei der Art von Wuchten, die bei Einzylindern und unseren mechanisch wie Einzylinder laufenden P-Twins möglich ist (wenn man nicht grade Hubzapfenversatz reinzaubert), geht es eh nur darum zu bestimmen, wohin das Ding schüttelt, nicht wieviel. Und welches "wohin" besser ist und wann in welche Richtung dann wieviel Resonanz auftritt, hängt vom Einbau in den Rahmen und von persönlichen Wohlbefinden ab.
Gleiche oszillierende Massen und eine darauf dynamisch gewuchtete Welle reduzieren die Massenmomente und damit das Taumeln, und das ist bei entsprechender Sorgfalt wirklich auf Null zu bringen in unseren Fällen. In der Serien gibt es über Toleranzen da Streuung, bei einem Aufbau wie das der ambitionierte Engländerfroind gemeinhin macht, lohnt es sich IMHO schon, da einen Schritt weiter zu gehen - und wenn es nur um das gute Gefühl geht, es gleich richtig gemacht zu haben.
Dann noch mal zum Material. Das dürfte für Dich auch von Interesse sein..
In dem deutlich ausführlicheren Beipackzetteln zu den Pleueln gibt er an Material Alcoa C405 gepresst mit 2000+ t
Was ich dazu gefunden habe war, dass es sich wohl um 7055 handeln muss.
Okay, aber das ist auch kein absolutes Wunderzeug und es gilt dasselbe, was ich schon vorher gesagt habe. Beim Schmieden werden zusammenhängende Faserstrukturen in die Form des Pleuels gebracht, beim Fräsen werden die Faserstrukturen des Walzprozesses aufgetrennt. Dadurch ist das von den reinen Materialwerten theoretisch schlechtere Material besser als von der reinen Papierform her und das theoretisch bessere kann deswegen nicht ausgenutzt werden, wie es die Zugprobe in Walzrichtung suggerieren würde.
Deswegen ist es IMHO etwas schnell geschossen zu sagen, die CNC-Pleuel sind besser, die Realität ist da etwas komplexer. Und dass die MAPs poliert werden, hm, naja, nicht soooo beeindruckend, ich hätte shot peening erwartet, dass induziert Druckeigenspannungen in der Randzone und vermindert dadurch die Kerbwirkung von Oberflächenfehlern (die durch das Strahlen selbst auch reduziert werden)
Die alten Rolls-Royce-Legierungen sind mit Sicherheit nicht das Optimum und schon lange antiquiert, aber der Herstellungsprozess verleiht ihnen einen kleinen Vorteil. Ob der kleiner oder größer ist als der reine Materialvorteil der gefrästen ist IMHO eher Spekulation. Daß die Maps am Pleuelauge deutlich schwerer sind, deutet für mich eher auf einen Vorteil der Okinaalpleuel hin - oder einen zu hohen Sicherheitsbeiwert bei den MAPs, was ich grade bei einem "Tuning-Teil" ganz klar als Konstruktionsfehler einstufen würde.
Tim