Vorausgeschickt sei, dass die kleine Matchy bei allen bisherigen Startversuchen seit der halb schiebenden, halb rollenden Rettung auf die heimische Hebebühne völlig problemlos und unspektakulär angesprungen ist. So richtig warm resp. heiß war sie seitdem ja auch nicht mehr geworden.
Nachdem ich ja eigentlich "nur mal schnell" die Zündspule wechseln wollte, bin ich dann doch - pflichtbewusst wie immer - den mahnenden Aufforderungen meiner moralischen Instanzen (insb. Henrik und Phil) nachgekommen und habe folgende Punkte abgearbeitet:
- Noch vor allem anderen flog eben mal kurz der Zündungsdeckel runter, nur um mich zu vergewissern, dass da eigentlich nichts im Argen liegen kann.
Und - tärääh!! - da lag sie direkt vor mir: Die Schande von 2019!
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- Mit sieben Jahren Verspätung habe ich dann endlich ein paar gescheite Japan-Stecker an die Kabelenden gecrimpt.
(Spoiler: Das war letztendlich die einzige Änderung, die ich heute vorgenommen habe.)
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- Natürlich habe ich TROTZDEM den Tank abgebaut. Und sämtliche Kabelanschlüsse an der Batterie und an der Zündbox und an der Zündspule geprüft.
Und den Motor mit dem Prüfstandtank laufen lassen. Und dabei der Spule mit dem Heißluftföhn ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht (bis über 70° C).
Ergebnis: Alles stabil. Der Motor tuckerte stoisch mindestens eine Viertelstunde vor sich hin.
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- Etwas beunruhigend war weniger der Umstand, dass die Batterie eine Ruhespannung von 12,65 Volt aufwies - sondern vielmehr, dass die Spannung (gemessen an den Batteriepolen) auch bei laufendem Motor nur auf knapp 12,9 bis 13,1 Volt anstieg und bei eingeschaltetem Licht wieder auf 12,7 Volt fiel. Gemessen übrigens mit zwei digitalen und einem analogen Multimeter. Ich habe das erst mal unter "Da muss nich später noch mal ran!" verbucht.
Mehr konnte ich für den Moment nicht machen. Eine andere Zündspule war nicht greifbar. Die in Verdacht stehende Zündspule hatte trotz Erwärmung auf >70° C klaglos ihren Dienst verrichtet.
Und nun?
Tank wieder drauf, Sitzbank wieder drauf. Die Matchy von der Bühne gerollt. Helm auf. Handy in die Hosentasche (um beim Liegenbleiben die Schutzbrief-Assistance anrufen zu können). Multimeter in die andere Hosentasche (um beim Liegenbleiben die aktuelle Ruhespannung der Batterie zu messen).
Die große 17 km-Teststrecke absolvierte die Matchy klaglos. Zwei lange Bergaufstrecken, an denen sie sonst im 4. Gang fast verhungert, marschierte sie mit 45 - 50 mph hinauf.

(Natürlich im Vierten.) Keine Aussetzer, kein Liegenbleiben, nada. Power ohne Ende (

also für 350 cm³ und 18 PS bei ca. 300 kg Gesamtmasse).
Nach Rückkehr in die Werkstatt lag die Ruhespannung der Batterie bei genügsamen, aber offenbar satten 12,7 Volt. Der Lambarene-Test (strahlend helles Licht, ohrenbetäubende Hupe) wurde souverän bestanden.
Ich habe keine Ahnung, was als nächstes passiert. In unserer spontanen Dauer-Konferenzschaltung war ich mir mit Henrik einig, dass es eigentlich nicht an den neuen Kabelanschlüssen liegen kann.
Jetzt fahre ich nächstes Wochenende mit dem Eimer in die Vogesen (natürlich auf dem Anhänger

) und lasse mich überraschen. Was noch aussteht, sind der Check der Elektrik am Zünd-Lichtschalter sowie eine gescheite Funktionsmessung der Lichtmaschine und der PodTronic.
Aber der Eimer lief heute soo schön... - ich glaube, ich mache da erst mal gar nix.
Danke fürs Daumendrücken.
