Der gelöschte Thread

Nach der Tour ein kleiner Plausch! Wessen Bike läuft schneller, welche Marke is the best? Hitzige Diskussionen erwünscht!
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Martin
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Der gelöschte Thread

Beitrag von Martin »

So. Nach einiger PN Konversation mit Boardmembers habe ich mich entschieden den ursprünglich dem Niedergang des Königreiches gewidmeten Thread von Ed zu löschen.
Die Richtung dieses Threads ist für mich weiterhin bedenklich, aber ich erkenne die Grenze einer VERNÜNFTIGEN Diskussion innerhalb eines halbanonymen Forums an und beuge mich entgegen meiner eigenen Überzeugung, sämtlichen in irgendeiner Weise Ausländerfeindlichen Aussagen/Strömungen klar und deutlich entgegenzutreten.
An dieser Stelle sperre ich auch dieses Thema um eine weitere öffentliche Diskussion zu verhindern.

Wer mir etwas sagen möchte oder Bedarf an einer weiteren Diskussion hat, schreibe mir bitte eine private Nachricht.

Martin
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Craig Vetter
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jan
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Re: Der gelöschte Thread

Beitrag von jan »

Moin Martin,

es war wie so oft (bzw. eigentlich fast immer) bei derartigen Themen. Unterschwellige Ressentiments wurden mit allgemein gehaltenen Aussagen ummäntelt, denen man nur schwer etwas entgegensetzen konnte. Auf kritische Stellungnahmen zu den dargelegten Standpunkten konnte dann jederzeit die Replik erfolgen "So wollte ich meine Meinung doch gar nicht verstanden wissen... " oder "Das war doch gar nicht so gemeint... " - und dann ging es von vorne los mit "..., aaaber: ... " oder "..., sondern: ..." usw.
Und dann folgte wieder die ganze Litanei der (mehr oder weniger) unterschwelligen Ressentiments, Pauschalierungen, last not least: Statements an beiden Seiten des politischen Spektrums.

Als ich sah, dass es der Thread in anderthalb Tagen auf vier Seiten gebracht hatte; und als ich dann das unsägliche und verkrampfte Hin und Her der Diskussion durchgeackert hatte - da verging mir schnell die Lust, jeglichen Senf dazu beizusteuern.
Es war sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung, diesen Thread zu löschen.

Ich kann nur hoffen, dass sich in den Köpfen aller eine etwas differenziertere Denk- und Argumentationsweise durchsetzt. Dass nicht alle Lebensumstände, die wir vorfinden, sozialromantisch zu bemänteln sind, ist uns allen klar. Dass wir punktuell tatsächlich "Ausländerprobleme" haben, ist uns auch allen klar. Dass wir aber punktuell (??) genauso "Deutschenprobleme" haben (rechte Dumpfbacken im Osten oder, ganz aktuell vor meiner Haustür, Pyro-Idioten bei Eintracht Frankfurt) gehört eben im selben Atemzug dazu gesagt!!
Genauso, wie es in Österreich eben nicht nur eine "Rumänen-" oder "Bulgaren-Mafia" gibt, sondern auch eine politische Kaste, die durch und durch korrumpiert ist und sich beim Regieren und Opponieren nebenbei noch die Taschen vollmacht (wahrscheinlich alles waschechte Arier seit mindestens 20 Generationen). Da muss man seine Meinung dann nicht kaschieren mit der kroatischen Schwiegertochter oder dem netten türkischen Kollegen (die letztlich ja doch nur als Ausnahme von der leider bitteren Regel dargestellt werden).
Das Unterschlagen einzelner Aspekte der Realität und das Immer-wieder-Hineinstechen in den (realen oder nur gefühlten) Missstand ist das Stilmittel jener, die sich nicht umfassend mit der Realität befassen und auseinandersetzen wollen. Oder vielleicht sogar von ihr überfordert sind.
Und wir sind es, die sich dieser Umstände annehmen müssen, im Rahmen unserer allgemeinen gesellschaftlichen oder vielleicht sogar beruflichen Verantwortung.

Für mich gibt es über allem zwei glasklare Prämissen, egal was wir denken und was wir tun:
- Jede Äußerung, jede Handlung hat sich im Rahmen von Recht und Gesetz, nach den Maßstäben unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung abzuspielen. (Ich war übrigens sehr glücklich über - fast möchte ich sagen: sehr stolz auf - Wusels Zitate aus unserem Grundgesetz. Ich habe es genauso verstanden, wie er es gemeint hatte: Die Zitate mussten nicht kommentiert werden. Der Text spricht für sich selber.)
- Und zweitens: Über allem steht das Gebot jeglicher Gewaltfreiheit! Wenn das alle berücksichtigen würden: die Dummen und die Schlauen; die Rechtsbewahrer und die Rechtsbrecher; die Rechten und die Linken; die "Einheimischen" und die "Ausländer" (wie fragwürdig diese Begriffe sind, haben ja z.B. Wusel und Ralph recht subtil dargelegt) - dann wären wir in unserer Kultur von Diskussion und täglichem Umgang miteinander schon einige entscheidende Schritte weiter.

Cheers, Jan
May our engines never run out of oil, fuel and sparks!
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