Dichtflächen instandsetzen?

Für alle anderen Technikfragen! NUR Technik! ;-)
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Moin!

Bevor der Bescherungsterror hier ausbricht, mal was völlig anderes:

Nachdem ich die diversen Motor- und Getriebegehäuse meiner "Rotten Commandos" so langsam gereinigt und eingelagert habe, wollte ich die Dichtflächen aufarbeiten. An einigen waren erwartungsgemäß Redneck-Grobmotoriker am Gange und haben offensichtlich mit Schraubendrehern die Teile auseinandergedrückt, an einem Getriebedeckel (inner cover 040476, die Dichtfläche zum Gehäuse) ist eine so tiefe Furche drin, dass da etwas mehr Aufwand angesagt ist.

Grundsätzlich ziehe ich die Dichtflächen, bei denen nix vorsteht, mit Korn 320 naß ab, das Papier klebe ich auf eine Glasscheibe und die liegt auf einer fetten Marmor-Meßplatte, da gehen also nur Hunderstel runter und es dürfte auch halbwegs eben bleiben. Bei besagter Furche müsste ich aber schon zwei, drei Zehntel abnehmen, das erscheint mir etwas viel.

Was empfehlen denn die werten Forenkollegen: Zwei Zehntel runter, weil der gear cluster noch genug Platz hat bzw. ich die dann ja irgendwo anders wieder rausholen kann. Kaltmetall-"Pfusch" oder die etwas höherwertige Variante mit einem dieser diversen Alu-Lötsets? Oder doch WIG-Schweißpunkt drauf und auf die Fräse? Das dürfte ja auch wieder so eine Rolls-Royce-Legierung sein - weiß jemand, was man da am besten zum Aufschweißen nimmt? Die Frage kommt von meinem Herrgottschweißer-Nachbarn auf jeden Fall, wenn ich ihn damit belästigen sollte.

So, wenn sich also jemand vom Trubel erholen will, Meinungen bitte .... ;-)



Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Benutzeravatar
Wuselwahnwitz
Dr. Wu
Beiträge: 6883
Registriert: Sonntag 2. Dezember 2007, 18:23
Wohnort: Osswessfaaal'n
Kontaktdaten:

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Wuselwahnwitz »

Alulöten oder Kackmetall?
Nö, beides nicht.

Wenn die Kerbe wirklich soooooooo doof ist, das eine Undichtigkeit erwartet werden könnte.....das ganze sich aber nur im Zehntelbereich abspielt......keine Lagerspirenzchen (zuviel Druck) usw usw........schleif den Mist 'runter....oder fräs' mal eben 'drüber. Kannst dann ja 'ne dickere Dichtung verwenden..

Oder lass es einfach wie's ist...........Mumpe 'dran und gut

.....es is' nur'n alter Treckermotor, weisste doch :zwinker:

W.
...kann aus 'nem Hundehaufen wieder 'ne Dose Chappi restaurieren..........obwohl

BOB- Best of british 2026
Am 03.10. auf/an der Radrennbahn Bielefeld


http://www.Wuselwahnwitz.com und: BOB-bestofbritish.de
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Wuselwahnwitz hat geschrieben:Alulöten oder Kackmetall?
Nö, beides nicht.
Ja, sehe ich eigentlich genauso. Kaltmetall ist Pfusch, Löten ist advanced Pfusch - aber Pfusch ist es trotzdem. Und ich hab mir mal die Anleitung von einem dieser Kits mal eben angesehen - wenn man's korrekt macht, ist danach das Teil zu Tode erhitzt IMHO.
Wenn die Kerbe wirklich soooooooo doof ist, das eine Undichtigkeit erwartet werden könnte.....das ganze sich aber nur im Zehntelbereich abspielt......keine Lagerspirenzchen (zuviel Druck) usw usw........schleif den Mist 'runter....oder fräs' mal eben 'drüber. Kannst dann ja 'ne dickere Dichtung verwenden..
Ich denke, darauf wird es hinauslaufen. Wenn's mich überkommt und sich beim Zusammenbau Probleme ergeben, lass ich mir die Dichtung als 02er VA-Shim lasern. Notfalls - ist halt auch so unelegant.
.....es is' nur'n alter Treckermotor, weisste doch :zwinker:
Da man für. :mrgreen:


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Alexander
Manxman
Beiträge: 1400
Registriert: Dienstag 19. August 2008, 18:46

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Alexander »

Hallo Tim ich finde , das man da allerdings was mit 2K Kaltmetall machen kann . Die Kerbe dichtspachteln und über der Platte abziehen .
Wo ist da der Pfusch ?
Alexander
Die Leute sind so ..
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Alexander hat geschrieben:Wo ist da der Pfusch ?
Kaltmetall is' Pfusch, basta - soll ja nicht heissen, dass ich nicht ab und zu mal pfusche .... :mrgreen:

Mal sehen, entweder mache ich es injeniörmäßig überkorrekt oder praktisch-adäquat. Hm. Mal sehen, ob ich über meinen Schatten springen kann. Ich hab bei Epoxiden, die mit irgendwelchen Ölen (oder Sprit etc.) in Kontakt kommen, irgendwie Hemmungen.


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Alexander
Manxman
Beiträge: 1400
Registriert: Dienstag 19. August 2008, 18:46

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Alexander »

Wobei dann auch noch ein Neukauf des Deckels rationalerweise infrage kommen kann . Dann hast du gleich neuen Lagersitz und die Sperrklinken für den Kickeranschlag neu und fest drin .
Wenn du das Schweissen und Planen lässt , würde das schon sicher auch was in halbe Richtung kosten .
Habe an diesem Deckel ein ausgebrochenes Gewindestück neu aufschweissen lassen (Traupel) . Das Alu ist demnach offenbar problemlos kompatibel .
Aber ma ehrlich . Eine 3Ztl. Schmarre kann man doch wirklich nicht anders , als mal eben seriös mit 2K fuschen . Hab ich verschiedendlich auch schon an div. Deckeln gemacht . Kein problem mit Öl . Am Tank würde ich es aber nicht tun .
Alexander
Die Leute sind so ..
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Alexander hat geschrieben:Wobei dann auch noch ein Neukauf des Deckels rationalerweise infrage kommen kann .
Nee, dazu ist der nicht schlecht genug ....
Dann hast du gleich neuen Lagersitz und die Sperrklinken für den Kickeranschlag neu und fest drin .
...und die sind noch ziemlich gut.
Wenn du das Schweissen und Planen lässt , würde das schon sicher auch was in halbe Richtung kosten .
Das kostet mich nix, schweißen könnte mein Nachbar, planen kann ich selbst - ob ich das in der Okinaal-Fertigungsqualität hinbekomme, nagut, das bezweifel ich schon, die Bearbeitungsriefen sind schon gigantisch ... :mrgreen:

Ob's den Aufwand lohnt, v.a. bei diesen Mistlegierungen, das ist eben die Frage.
Aber ma ehrlich . Eine 3Ztl. Schmarre kann man doch wirklich nicht anders , als mal eben seriös mit 2K fuschen .
Hassjarecht .... Ich bin auch versucht, das zu machen - zumal sich hinter dieser Kitsche die Okinaal-Zahnräder drehen werden, die auch nicht mehr taufrisch sind. Ich glaub, ich werde das mit minimalem Aufwand versuchen - irgendwann muss dann eben das Getriebe nochmal angegangen werden. Und Joe hat ja jetzt komplette Getriebe im Angebot .... ;-)


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Benutzeravatar
Martin
Mutti
Beiträge: 18756
Registriert: Donnerstag 3. August 2006, 09:08
Wohnort: "Borgholzhausen"...es heißt "Borgholzhausen"
Kontaktdaten:

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Martin »

Mir hat mal ein Schlosserkollege damals an meinem 500er Primärdeckel was geschweißt. Er hat es autogen geschweißt. Eine Nase mit Gewindebohrung für den Rotorinspektionsdeckel war weg. Er hat es gut hinbekommen, hat aber geflucht, es würde "spontan beginnen zu laufen"

Das Problem mit dem nachfräsen der gesamten Dichtfläche bsteht ja dort,wo ein Lagersitz ist und damit natürlich die Distanz beeinflusst wird.
Es kommt natürlich bei einer Riefe darauf an wo sie sich befindet.
Im Primärbereich hab ich einen mal gut mit Loctite Ultra Copper dicht bekommen. Ist ne rote Hochtemperaturdichtmasse.

Aber das mit dem Kaltmetall wäre für mich eine OK Lösung.

Wie schlecht @Tim muss denn ein Deckel sein, damit Du ihn austauscht?
When a motorcycle is actually ridden, it takes on a similar "patina" of use

Craig Vetter
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Martin hat geschrieben:Wie schlecht @Tim muss denn ein Deckel sein, damit Du ihn austauscht?
Naja, die beiden eingenieteten Gegenhalter für die Kicker-Sperrklinke sind okay, die Lagersitze sind gut - es ist nur die dicke Katsche, wo offensichtlich mal jemand einen Schlitzschraubendreher zweckentfremdet hat. Und diese Katsche ist oben, knapp rechts neben dem linken oberen Stehbolzen getriebeseitig. Es steht also nicht mal Öl drauf.


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Benutzeravatar
jan
Julio Matchlesias
Beiträge: 11641
Registriert: Samstag 5. August 2006, 00:17
Wohnort: 65779 Kelkheim

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von jan »

Wuselwahnwitz hat geschrieben:Mumpe 'dran und gut
Tim, wenn´s Dir nur auf die Dichtigkeit (und nicht auf eine makellose Optik) ankommt, schließe ich mich Wusel an und empfehle - mal wieder - BlackTite aus dem Hause Loctite. Ich habe damit beste Erfahrungen gemacht und kann seitdem bspw. auf den Einsatz jeglicher Papierdichtungen am AMC-Primärkettenkasten (späte Alu-Version) verzichten; und das will was heißen...

Cheers, Jan
May our engines never run out of oil, fuel and sparks!
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

jan hat geschrieben:Tim, wenn´s Dir nur auf die Dichtigkeit (und nicht auf eine makellose Optik) ankommt,
Naja, im eingebauten Zustand würde man das nicht wirklich sehen, Du kennst doch das AMC-Getriebe.
schließe ich mich Wusel an und empfehle - mal wieder - BlackTite aus dem Hause Loctite.
AFAIK gibt es das gar nicht mehr, jedenfalls nicht Loctite 5945, wenn Du das meinst. Aber irgendeine "Affenshyce", wie unsere werten Herrgottmechaniker zu sagen pflegen, würde es tun, klar. IIRC nehmen wir Loctite 5910 @work für sowas, black silicone RTV. Hm.


Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Benutzeravatar
Volker Koch
Die allwissende Forumsmüllhalde
Beiträge: 2139
Registriert: Freitag 11. August 2006, 10:12
Wohnort: 31134 Hildesheim

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Volker Koch »

... kauf Dir im Baumarkt ´ne Kartusche etwas höherwertiges, transparentes Silikon für den Sanitärbedarf und kleb den Salat damit zusammen. Nach ein paar Tagen Aushärten hat sich Dein Problem erledigt.
Frohe Weihnachten!
Volker
Benutzeravatar
Tim
Commando Resterampe
Beiträge: 8930
Registriert: Dienstag 12. Mai 2009, 20:35
Wohnort: Das Dorf an der Düssel in der Nähe von Suppental

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Tim »

Volker Koch hat geschrieben:....... Silikon ....
Alles Pfuscher hier, unfassbar! :mrgreen:

Jawoll, meine Herren, ich pfusch dann auch mal. ;-)



Tim
1946 Indian Chief-1956 Norton Dommie-1970 Norton Commando Roadster-1972 HD FLH1200 Electra Glide-1972 Norton Commando
1968 Lotus Elan+2-1997 Lotus Elise S160-1999 Lotus Elise
Parts falling of these vehicles are of the finest Angloamerican craftsmanship!
Benutzeravatar
Klaus Thoms
Zündkontakt Ayatollah
Beiträge: 1291
Registriert: Dienstag 9. Dezember 2008, 11:34
Wohnort: Hedwig-Holzbein

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Klaus Thoms »

Kommt noch schlimmer.....
UHU Endfest 300 mit feinen Aluspänen ( Feile ) mischen , im Backofen aushärten , dann sieht man gar nichts.
Die nächst Pizza schmeckt bisser´l komisch :gaga:
Die sogenannten Kaltmetalle uns so , sind auch nur Kleber + Späne.
Gott schütze mich vor meinen Freunden , mit meinen Feinden werde ich schon allein fertig .
Benutzeravatar
Wuselwahnwitz
Dr. Wu
Beiträge: 6883
Registriert: Sonntag 2. Dezember 2007, 18:23
Wohnort: Osswessfaaal'n
Kontaktdaten:

Re: Dichtflächen instandsetzen?

Beitrag von Wuselwahnwitz »

Klaus Thoms hat geschrieben:UHU Endfest 300 mit feinen Aluspänen ( Feile ) mischen , im Backofen aushärten , dann sieht man gar nichts.
ROCK'N'ROLL !!!
Ähnliche Abdichtaktionen sah ich '96 auf Jamaika (Pappe mit Pattex), gehalten und dicht gehalten hat's auch.....das Leben kann auch einfach sein..manchmal.

Ansonsten Würth Dichtsilikon(o.ä.)aus dem praktischen Dosierspender....

Gruß
Wusel
...kann aus 'nem Hundehaufen wieder 'ne Dose Chappi restaurieren..........obwohl

BOB- Best of british 2026
Am 03.10. auf/an der Radrennbahn Bielefeld


http://www.Wuselwahnwitz.com und: BOB-bestofbritish.de
Antworten