Verbot von alten Motorrädern in Städten!

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Mineiro
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von Mineiro »

OMR hat geschrieben: So einfach ist das. Kann in Deutschland natürlich nicht funtionieren :irre:
Manfred ... das wäre viel zu anarchisch das russische System :mrgreen: Die Brasilianer haben ein ähnliches. An der Haltestelle in der City hängt kein Fahrplan mit Zeiten. Somit kann der Bus schon mal nie zu spät kommen :wink: Komischerweise habe ich die 13 Monate als ich in Belo Horizonte gewohnt habe nie länger als max. 10 Minuten auf nen Bus in meine Richtung warten müssen. Denke die haben fehlende Planung mit höherer Taktung kompensiert. Wie auch immer ... wenn Stuttgart seine Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV annimieren will muss die Taktfrequenz besser werden. Ist für mich persönlich der einzige Grund vom exzessiven ÖPNV fahren Abstand zu nehmen. Fast zwei Stunden für 25km #-o Und das war die fahrplanmässige Fahrzeit. Ohne das sich mal wieder einer vor den Zug geschmissen oder ein technischer Defekt den Betrieb lahmgelegt hat.
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OMR
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von OMR »

jepp. Preise!!!, Taktung, kleinere und somit leichtere und wendigere Fahrzeuge. Nicht diese Rieseneimer, die nur zu absoluten Stoßzeiten Sinn machen (sprachlich nicht korrekt, Jan - ich weiß :pfeiffen:) .
Sitzt im Winter in "unserem" Bus ein neuer Fahrer ist es nur eine Frage der Zeit, wann er sich festfährt. Dann heißt es für die Oma (einziger Passagier) und andere Verkehrsteilnehmer: warten auf den Abschleppdienst und einen großen Trecker - einer zerrt vorn, der andere hinten.
So läuft das schon seit Jahren und glaub mir - ich kann darüber nicht mehr lachen.
Wenn man - ohne die Sprache zu beherrschen - in einer 9 Millionenstadt ohne fremde Hilfe jeden gewünschten Punkt erreicht, hier aber quasi ein Fachabitur wegen all der unterschiedlichen Tarife (Tageszeiten, Wochen- oder Feiertage, Hin-und Rückfahrt, Gruppe, Kleingruppe oder, oder) braucht, stimmt was nicht.
Nur, solange es nicht um vernünftige Lösungen sondern um Absatzzahlen der Automobilhersteller geht wird sich daran nichts ändern.

So - nu hab ich genug Buchstaben verbraucht. Sonst kommt nachher noch jemand auf die Idee, für mich zu sammeln...........
Zuletzt geändert von OMR am Freitag 7. August 2015, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
...der frühe Vogel kann mich mal...
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Volker Koch
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von Volker Koch »

es gibt weder Fahrpläne noch definierte Haltestellen. Der einzige Fixpunkt bei Buslinien ist die Metrostation.
Ansonsten stellst du dich einfach an den Strassenrand und stoppst den Bus mit Handzeichen. Fährst, und wenn du aussteigen willst bittest du den Busfahrer einfach, anzuhalten...
Auf diese Weise kommt man z.B. ganz hervorragend und blitzschnell für schmales Geld durch "rückständige" Länder wie Indonesien ... bei uns werden nicht mal mehr Tramper mitgenommen ...
Wenn man sich mal ansieht, was in den letzten 8-10 Jahren so in der Politik passiert ist, dann kann man´s wirklich nur mit der Angst zu tun kriegen.
Alles, was in den 70ern, 80ern und 90ern an rationalem Umweltbewußtsein mühsam erreicht und erkämpft worden ist, wird seit ein paar Jahren rigoros von intellektuell effektiv minderbemittelten, unerfahrenen, schlecht gebildeten Dummköpfen - in den entsprechend unpassenden Führungspositionen - in Klump gehauen, es ist wirklich zum Fürchten.
Zurück zum Feinstaub ... ich sitz z.B. in der Börde, die sich von hier - Südhannover - bis weit südöstlich hinter Magdeburg um den Harz herum legt. Die Bördeböden sind durch Feinstaubeinträge nach den letzten Eiszeiten entstanden, man könnte auch vereinfacht sagen ... sie bestehen komplett aus Feinstaub -> Löß genannt.
Wenn wir - da sieht man es am deutlichsten - z.B. im Winter wenig Schneeauflage und viel Wind haben, dann sind die Feinstaubanteile in der freien Landschaft z.T. so hoch, daß der Schnee schwarzbraun wird und dunkelbraune Staubwolken über einzelnen Regionen stehen, ohne daß hier irgendein messbarer Kfz-Straßenverkehr stattfindet. Welchen meßbaren Sinn machen da noch irgendwelche Umweltzonen in den Innenstädten, wenn der natürliche Feinstaubanteil oft genug schon jenseits von gut und böse ist? Jeder offene Boden zeigt je nach Jahreszeit Feinstaubauswehungen.
Ein anderes Beispiel - bei uns wurde es vor dem Hintergrund der Feinstaubbelastungen verboten, Gehölzschnittgut zu verbrennen. Kleingärtner, Hauseigentümer etc. müssen ihren Grün-/Gehölzschnitt jetzt zu Sammelstellen fahren, wo das Material geschreddert und im Anschluß daran dann - offiziell - kompostiert wird. Interessenten können sich das Material dann schließlich als Kompost wieder abholen.
Betrachtet man das Ganze mal im Detail, dann wird einem klar, wie dermaßen wir - trotz Computern und Wissenspotentierung - mittlerweile daneben liegen:
Der Gehölzpfleger verwendet beispielsweise ein Motorgerät für seine Arbeit. Dieses Gerät - i.d.R. ein Benzinmotor - verbraucht ~ 8.900l Luft oder ~1.8 Kubikmeter reinen Sauerstoff zum Verbrennen von einem Liter Benzin(Küttner - Kolbenmaschinen, 1966)! Mit einem Liter Sprit kommt der gute Mensch allerdings nicht weit ...
Den Rest braucht man eigentlich nicht weiter ausführen ...
Die Gartenbesitzer müssen das Material mit ihren Pkw und Transportern zur Sammelstelle bringen ... die Fahrzeugmotoren verbrauchen weiter reichlich Sauerstoff und produzieren Feinstäube ... das Material wird mit Frontladern auf Dieselbasis auf Lkw verladen, die wiederum Diesel-betrieben mit einem etwaigen Verbrauch von ca. 20-25l/Stunde das Material zum `Kompostwerk´ fahren...
Man führe sich vor Augen, daß ein Dieselmotor sogar knappe 10qm Luft oder mehr als 2qm reinen Sauerstoff zur Verbrennung von nur 1l Diesel (Quelle s.o.)verbraucht.
Im Kompostwerk wird das Ganze schließlich in einen Großschredder geworfen(der im Schnitt ebenfalls ~ 25l Diesel/Std. verbraucht) und kleingeschreddert. Letztenendes zersetzen Bakterien und Pilze die Biomasse in CO2 und diverse Faulgase sowie feste Reststoffe. Der verbleibende Kompost wird - wieder unter Verwendung von fossilen Brennstoffen - schließlich wieder auf den Acker gefahren ...
Statt also das Schnittgut vor Ort, unter Umgehung der Produktion von Faulgasen wie Methan etc., durch `thermische´ Behandlung in Form von Verbrennen gleich wieder in seine festen und gasförmigen Bestandteile zu zerlegen, werden hier politisch korrekt und gewollt erstmal mindestens 30-40l fossile Brennstoffe/qm Kompost durch Verbrennungsmotoren gejagt, um der Feinstaubproblematik entgegen zu treten... Absurd... wenn man sich dagegen unsere alten Kisten mit drei, vier vielleicht sogar fünf Litern Spritverbrauch auf 100km vor Augen hält.
Wie wurde sowas früher genannt?
Alles Etikettenschwindel ...
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OMR
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von OMR »

DANKE für deine Ausführungen, Volker. Du bringst es auf den Punkt. Absurdes Theater zugunsten der Autoindustrie.
Deine Quellenangabe (Küttner) hat mich an den "Club of Rome" erinnert, der wurde doch in dieser Zeit gegründet, wenn ich mich recht entsinne. Damals war ich noch so unglaublich naiv anzunehmen, das es ja jetzt zwangsläufig besser werden müsste :irre:
aber da warte ich wohl auf Godot...
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von Domi-650SS »

Zur Umweltproblematik sind da noch andere Dinge die mir sauer aufstossen: Z.B. Dass Anbauflächen zum Anbau von Mais, welcher dann in Ethanol umgewandelt wird, missbraucht werden. Mit welchem umweltbelastenden Aufwand die Ethanol Gewinnung betrieben wird entzieht sich meiner Kenntnis aber ich denke dass diese Sache auch nicht wirklich durchgerechnet worden ist. Dazu kommt, diese Flächen würde man sinnvoller zum Anbau von Nahrungsmitteln verwenden.

Ich bin nicht wirklich ein Grüner aber manche dieser Dinge stimmen mich einfach nachdenklich.

Fritz
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Volker Koch
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Re: Verbot von alten Motorrädern in Städten!

Beitrag von Volker Koch »

Hi Fritz,
so langsam kommen wir von Hölzchen auf Stöckchen und ich mag das eigentlich nicht wirklich weiter ausbreiten, aber sagen Dir Begriffe wie `Weizenanbauquoten´, `Rübenquoten´ und Stilllegungsflächen zur Einhaltung besagter Quoten etwas?
Völlig vereinfacht ausgedrückt bestimmt der Gesetzgeber bei uns jedes Jahr einen gewissen Prozentsatz - durchschnittlich 10-15% - von potentieller z.b. Weizenanbaufläche zur Stillegungsfläche, damit die Anbauquote oder Weizenmenge/Jahr erhalten wird.
Diese Stilllegungsfläche steht bisher allerdings zur Produktion von Energiepflanzen frei, wobei Bioäthanol aus einer Mischung unterschiedlichster, landwirtschaftlicher Überschußartikel produziert wird. Neben Mais werden (minderwertige)Gersten-, Weizen- und Roggenpartien, C-(Überschuß)Zuckerrüben, Triticale und sonstiges vergoren. Das Ganze hat auf die Nahrungsmittelproduktion oder -preisgestaltung keinen Einfluß und ist m.E. noch eine der vernünftigsten Ansätze der letzten Zeit ... gewesen.
Schönes Wochenende

Volker
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